Samstag, 14. März 2009

Ein Mini-Glossar für den Anzeigenverkauf

Wir übersetzen und texten oft, gern und werbewirksam (a bisl Eigenlob darf sein, oder?) für viele führende Zeitschriften Deutschlands (auch ZDF und einige Filmgesellschaften haben wir im Portfolio).

Wir sind Anfang der 90iger mit der Verlagsgruppe Milchstrasse (inzwischen Burda natürlich) und deren Stuttgarter Agentur Eisbrecher (ich kenn keinen, der so witzig-spritzig texten kann wie Michael Friedrich) irgendwie in diese aufregende Welt reingerutscht – und seitdem hat es sich irgendwie in Hamburg und München herumgesprochen. Unsere Kunden sind meist die Anzeigenleitungen oder die Vorstände – sprich: Leute, die es genau, gut und auch recht schnell auf Englisch formuliert haben wollen (ja, ja, schon wieder Eigenlob - aber wir sind auch in der Werbung!!!).

Durch diese Arbeit haben wir ein umfangreiches Wissen und eine ebenso umfangreiche Datenbank aufgebaut (denn hier sind Wörterbücher nur bedingt von Nutzen). Eine große Hilfe bei besonders hartnäckigen Begriffen war immer David Hardy von Gruner & Jahr in London ("Name-Dropping" ist auch ein interessanter denglischer Begriff, oder?).

Heute will ich etwas von diesem branchenspezifischen Vokabular verraten.

Abos? Na klar, subscriptions.

Aber Einzelverkauf? Ganz offiziell ist das single-copy sales. Eine beliebte Alternative ist newsstand sales. Kiosk sales gibt es auch, aber selten.

Verkaufte Auflage? Nicht sold circulation sondern paid circulation.

Bordexemplare? Nichts mit on-board oder so – es heißt in-flight copies.

Anzeigen? Na klar, advertisements, adverts oder auch ads – aber letzteres ist schon ziemlich salopp. Unter Umständen muss man von print ads reden – wenn man den Unterschied zu sonstigen types of advertising (TV, Radio) unterstreichen will.

Anzeigenpreise? Vorsicht! Ja, man kann von prices reden – aber üblich ist rates – und die Preisliste ist definitiv eine rate card (auch wenn es inzwischen eine PDF-Datei sein dürfte).

Auch überraschend knifflig ist das Wort Exemplare – häh, wieso? Weil man es auf Englisch oft nicht (ge)braucht. Verkaufte Auflage: 230.000 Exemplare = Paid circulation: 230,000 – da schreiben wir nicht copies dazu. Und bitte nicht vergessen: wir setzen bei Tausenderzahlen ein Komma und keinen Punkt.

Große Vorsicht ist bei Promotion oder Promotionsstrecke geboten – da fragen wir immer nach: denn meist ist ein advertorial gemeint, d.h. die redaktionelle Präsentation von Inhalten von werblichem Charakter (eine promotion ist für uns dagegen eine gezielte Aktion oder ein Sonderangebot).

Here endeth today’s lesson.

1 Kommentar:

Judy and Dagmar Jenner hat gesagt…

Klar, ein bisserl Eigenlob darf schon sein! :) Habt es auch verdient. Advertorial ist ein tolles Wort; bei meiner alten Firma haben wir alle advertorials fuer die LA Times geschrieben, und die armen Leute behaupteten dann immer, sie haeeten FUER die LA Times geschrieben. Traurig, traurig. Die waren zwar auch in der Medienbranche, haben aber auf der Uni anscheinend nicht recht aufgepasst: da ist ein (nicht) feiner Unterschied zwischen advertorial und editorial -- duh!