Donnerstag, 1. Oktober 2009

Ingrammatikalisch? Schreibfühler? Ist nicht schlamm

Jeden Tag leisten wir erbitterten muttersprachlichen Widerstand an der syntaktischen, orthographischen und stylistischen Front.

Dabei entgegnen uns viele Non-Natives:

„Das ist doch nicht so wichtig. Versteht man doch, oder?“
„Das sagt man/schreibt man so bei uns.“
„Ist halt nur für die Auslandsmärkte. Hauptzielgruppe ist in Deutschland.“
„Wir haben keine Zeit (kein Geld, kein Bock auf) für die Satzkorrektur.“

Hauptproblem dabei ist, finde ich, dass deutschsprachige Auftraggeber einfach wenig Ahnung haben (können), wie das Endergebnis bei dem englischsprachigen Leser (und potenziellem Kunden) ankommt.

Hier eine Anzeige in The Independent, die vielleicht hilfreich sein könnte.



Und? Welchen Eindruck macht das Unternehmen? Was halten Sie von deren Produkten? Und deren Qualitätsanspruch? Tja, Antiwerbung ist nur fulschgeschrobene Werbing. Versteht man doch, oder? Würde ein renommiertes deutsches Unternehmen sowas hierzulande durchgehen lassen? Natürlich nicht. Da würden Köpfe rollen. Aber auf Englisch? Jeden Tag.

Nachtrag (2. Oktober)
Ich war heute auf der deutschen Website von Barracuda. Ist nicht schlecht, aber ab und zu taucht was ganz Häßliches auf. Zum Beispiel "Privatsphäre Politik" (privacy policy). Hmmm. In der Schule nach einer besonders misslungenen Klassenarbeit habe ich den angsteinflößendenen Eintrag im Heft bekommen: See me. Den Hinweis würde ich am Liebsten auf der Barracuda-Internetpräsenz hinterlassen. Entweder ist da eine Übersetzungssoftware am Mach-Werk oder ein Nicht-Muttersprachler mit Wörterbuch und Leo.

Ich habe Barrcuda nun angeschreiben. Bin gespannt. Watch this space.

Kommentare:

Librarian hat gesagt…

Und, gibt's schon Antwort von Barracuda?

MCSquared hat gesagt…

Leider gar nix - trotz der verzweifelten Bitte: "Please take this email seriously..."