Sonntag, 22. November 2009

Fax? Fehlanzeige!

Post war vorgestern - dann kam Kermit
Vor etwa 15 Jahren liefen Anfragen zu 80% über das Telefon, Aufträge zu 80% über die gute alte Post und das Fax. Eilige Übersetzungen wurden zum Teil per Auto bis nach München gefahren – bis ich zumindest bei einem Kunden herausfand, daß die IT-Abteilung (was damals EDV hieß) zum Glück bei Compuserve angemeldet war. So konnten wir Dateien austauschen. Direktübertragungen zu anderen Firmen gingen oft erst nach vielen Fehlversuchen mit verschiedenen Protokollen (erinnert sich jemand an Kermit?). Der Transfer einer einzigen Datei dauerte teilweise eine Dreiviertelstunde. Und oft wurde der Vorgang kurz vor Schluss abgebrochen. Oh neeeeeein.

Fax war gestern - dann kamen Topfpflanzen
Vor zehn Jahren war Fax mission-critical. Wir hatten zwei Faxgeräte – eins zum Senden, eins zum Empfangen. Sonst gab es Stau. Inzwischen sind sie verstummt. Wir bekommen fast nur fehlgeleitete Faxaufträge für Schweitzer Chemie (die eine ähnliche Nummer hat) und Angebote über Topfpflanzen. Ach ja, und gelegentlich auch offizielle Bestellungen für uns – aber paradoxerweise fast nur von zwei sehr großen IT-Firmen. In den frühen Jahren der Emailkommunikation wurde noch per Telefon nachgefragt, ob die Nachricht angekommen wäre. Jetzt nicht mehr. Und es ist unser Ziel, alle Emails innerhalb von 15 Minuten zu beantworten (na gut, die Viagra-Empfehlungen nicht unbedingt).

Wenig Anschluss unter dieser Nummer
Telefon? Ja, klar, wir bekommen Anrufe, aber nicht mehr so viele. Vor fünf Jahren waren unsere vier Telefonleitungen manchmal komplett belegt. An hektischen Tagen war das ständige Klingeln unser ständiger Begleiter. Und nach einer Woche Urlaub hatte ich eine Handy-Rechnung über 800 EUR. Es ist deutlich ruhiger geworden.

Wie sehen Kunden aus? Wir wissen es nicht
Persönliche Treffen? Once in a blue moon (= ganz selten). Früher war ich drei mal die Woche bei Kunden. Besser fürs Weltklima. Aber nicht unbedingt fürs Geschäftsklima.

Es ist alles sehr digital geworden. Vieles ist einfacher und bequemer. Aber es treibt manch seltsame Blüte. Watch this space.

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