Montag, 3. Mai 2010

Auch Dieter Bohlen kann Denglisch

Besonders Werbeagenturen neigen dazu, selber auf Englisch zu dichten. Und unsere Einwände mit dem Hinweis auf „kreative Freiheit“ (poetic licence) abzutun - nach dem Motto: Versteht man auch so, oder?

Jaaaaaaa. Aber ist ein Unterschied, ob ich in schlechtem Englisch an meine Omi in Oklahoma schreibe oder damit in die breite Öffentlichkeit gehe (und damit WERBEN will).

Zum perversen Vergleich: Deutschland sucht den Superstar. Irgendjemand hat diesen blöden Wettbewerb neulich gewonnen, und trällert nun ein Lied mit dem Refrain:

Don’t believe what they tell about me.

Ich glaube, der Text (the lyrics) stammt von Dieter Bohlen. Schade ist nur, dass er allen Englischschülern und –lehrern damit einen Bärendienst erweist.

Denn es ist falsch.

Es müsste heißen: Don’t believe what they say about me.

Aber es macht nichts. Ist ja nicht so schlimm. Ist halt kreative Freiheit.

Aber wie würde ein deutsches Publikum auf ein Lied reagieren, in dem einer (ohne Ironie, wohl gemerkt) singt: Glaube nicht, was man über mir erzählt.

Klar, ist falsch. Versteht man aber auch so, oder?

Come back Abba, all is forgiven.

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