Dienstag, 29. Juni 2010

Kirstin Scheele – Part 2

Ich habe vor einigen Monaten kurz zur Person Kirstin Scheele berichtet:

http://falsefriends-mcsquared.blogspot.com/2009/11/wo-sind-sie-frau-scheele.html

Erstaunlich viele Leute suchen im Internet nach ihr (unter anderem haben wir Hits aus USA und Vietnam!). Und sie scheint erstaunlich vielen Leuten Geld zu schulden. Aufgrund des Blogeintrags werden wir regelmäßig kontaktiert - von anderen, die auch für sie gearbeitet haben, aber nie Geld gesehen haben.

Ein Mitopfer hat uns berichtet, dass er von dem für sie zuständigen Gerichtsvollzieher erfahren hat, dass er Titel über etwa 10.000 EUR an Schulden hat, die er aber mangels Masse nicht eintreiben kann. Diese Schulden scheinen Frau Scheele nicht davon abzuhalten, weiterhin Aufträge zu vergeben.

Wir haben nun Anzeige wegen Betrugs erstattet. Wer sich anschließen möchte (wir sind schon zwei!), soll sich bei mir melden!

Kurz ein paar Daten:

Letzte uns bekannte Adresse von Frau Scheele:
Rosenheimerstr 16
81669 München

Laut Auskunft der Stadt München ist die Betriebsanschrift (Stand Dezember 2009):
Adelgundenstr. 16
80538 München

Zuständiger Gerichtsvollzieher:
A. Fischer, 089 356 541 161

Sie betrieb wohl früher ein Geschäft in Timmendorfer Strand (mi.la Frey GmbH) und ein Internet-Shop (salt-and-silk.com)

Allerdings möchte ich nicht, dass es zu Verwechslungen mit anderen Personen mit dem gleichen Namen kommt! Und da gibt es einige! Also bitte erst prüfen.

A warning about Kirstin Scheele, last known address, Rosenheimerstr 16
81669 Munich:

She does not pay her bills but continues to commission work. We have reported her to the police for fraud. However, there are a number of people with the same name (such as a Dutch softball player), and I would not them to be tarred with the same brush!

Mittwoch, 16. Juni 2010

Carsharing, Mitfahren

Heute ein Gastbeitrag von Anna Gentle:

Red is green
Take a walk through Stuttgart (or other major German city) and your eye may be drawn to bright red advertisements for bright red cars in a variety of shapes and sizes. “Carsharing”, as it's called, is a cheaper, greener alternative to owning your own car – simply sign up online and gain access to a fleet of vehicles close to your home on a pay-as-you-drive basis. Smart idea. But shame about the name. Carsharing is pretty difficult to read as one word. In fact, I reckon some native English speakers would have a job deciphering it. Car sharing, as two words, is an improvement – but it's still not a common English term (though, of course, there are exceptions: http://www.carsharing.net/). A nicer, more descriptive and idiomatic way to express the concept is “car-pool scheme/program.” Or if you must stick to the sharing idea, then go for car-share scheme/program (not sharing).

Need a lift?
Another popular model in Germany is the Mitfahrgelegenheit. But how do you translate that? I recently came across a well-written piece in the UK's Independent which referred to a similar system as a “shared-ride scheme.” A succinct way of expressing another interesting answer to today's traffic and transport problems.

Samstag, 12. Juni 2010

Robbie tells Sky to F off

Ole, ole, oh je....es ist WM wieder. Was man lieber nicht mit WC übersetzt – aus hygienischen Gründen.

Und siehe da, es wimmelt wieder von Denglisch
Ein Dribbling ist a dribble. Ein Tackling ist ein tackle. Und ein Trainer ist a manager oder coach. Und die englische Auswahl ist nicht the English selection, liebe Sky-Reporter, sondern the English team.

Übrigens: als ich letzte Woche in Sheffield in der Elternmannschaft gegen die 12-jährige Kiddies Fussball gespielt habe (zwei Tore!), habe ich einen ganz neuen Ausdruck gelernt: to skill someone = gekonnt an dem Gegener vorbeispielen. Wie sooft wurde hier aus einem Substantiv schwupp di wupp ein neues Verb gezaubert – und ein transitives noch dazu.


Zeigt uns eure Leichen!!!
Aber der Weltmeister der denglischen Begriffe ist public viewing. Vor allem für die Amis ist ein public viewing die öffentliche Aufbewahrung einer Leiche.

Siehe:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1196626/Michael-Jacksons-body-fairytale-public-viewing-Neverland-Ranch-funeral-Sunday.html

Oder ein Videospiel mit einem streaker – ein Zuschauer, der nackt über das Fussballfeld läuft. Schade, dass diese wichtige hautnahe Tradition in echtem Leben ausgestorben ist.
Es gibt auch andere public viewings natürlich (zB von Kunst), aber richtig problematisch ist die Verwendung "Wir gehen zum Public Viewing / es gibt ein Public Viewing in XYZ." (wir Engländer würden nie sagen: I am going to (a) public viewing")

Zugegeben, wenn man intensiv genug googelt, findet man gelegentlich public viewing areas for the beautiful game, aber ich hab’s nie im normalen Leben gelesen oder gehört.

Wir in Great Britain reden von big screens, zum Beispiel:

http://www.independent.co.uk/sport/football/news-and-comment/big-screen-plans-for-world-cup-dropped-1914690.html
Auch möglich: the match is to be screened (oder shown) at XYZ.
Hier aus The Independent eine weitere Version:
Patriotic fervour gripped England and Germany today as millions of football fans prepared to watch their teams take on their age-old rivals in the second round of the World Cup.
Huge TV audiences were expected in both nations for the game and with forecasters predicting the hottest day of the year so far, open air screenings were predicted to prove popular.

Apropos Fussball: Ich werde nie vergessen, wie die Kameraleute von Sky bei einem Spiel von Aston Villa plötzlich Robbie Williams entdekte – der der Kamera die Hand wie folgt entgegenstreckte:



„Komisch,“ meinte der deutsche Kommentator, „es steht doch vier zu drei.“

For those of you watching in black and white: die Geste bedeutet: fuck off. Und war für die Kameraleute gedacht.

Für das V for Victory muss man die Hand anders rum hinhalten.
Wir haben es den Franzosen gezeigt!
Angeblich (es ist umstritten) fand die Geste ihren Ursprung in der Schlacht von Agincourt – die Franzmänner wollten den englischen Bogenschützen bei einem Sieg die zwei Finger abschnippeln, die man zum Bogenschießen braucht. Aber die Engländer haben die Schlacht gewonnen – und den gallischen Gefangenen zwei Finger entgegengestreckt.

Ätsch, bätsch.

Sonntag, 6. Juni 2010

Correct me if I’m wrong…

Wir werden gelegentlich von Kunden „korrigiert“ – oft ohne Rück- oder Absprache. Letzte Woche weigerte ein Kunde sogar jegliche Diskussion seiner „Verbesserungen“ für eine Anzeige (die Werbeagentur dagegen teilte unsere Bauchschmerzen).

Die Argumentation des Wortverbesserers:

1. Den Text müssen auch Nicht-Engländer verstehen
2. Ein Muttersprachler (Hat er eine Ahnung von Sprache? Hat er gewusst, welche Tragweite sein Abnicken hatte?) hat den Text angeblich freigegeben

Das Ergebnis war unschön, ungrammatikalisch, ungut.

Natürlich kann man einen Text für ein internationales Publikum etwas vereinfachen – aber bitte nicht völlig verhunzen.

Das ist Anti-Werbung.

Und selbst Nicht-Muttersprachler merken häufig den kleinen aber feinen Unterschied zwischen echtem und nicht-echtem Englisch – und ziehen ihre Rückschlüsse auf die Professionalität und Seriosität (no, not seriousness) des Absenders.

Apropos Freigabe/Abnicken
Nicht immer release. Besser ist approval, acceptance (vor allem bei offiziellen Abnahmen von Maschinen usw) oder umgangsprachlich sign off (gern auch als Verb).

Aber manchmal weiß es der Kunde doch besser!!
Wir hatten letzte Woche den Satz „Das Herz der Familie schlägt für das Verlegen von Frauenzeitschriften“ mit „The family really cares about women’s magazine publishing“ übersetzt. Ist auch nicht falsch. Aber der Gegenvorschlag der Anzeigenleiterin – „The family is passionate about women’s magazine publishing“ war eindeutig pfiffiger und irgendwie treffender.

Comfort and convenience (auch letzte Woche)
Bei vielen denglischen Begriffen haben Germans andere Assoziationen als wir. Convenience ist für uns zum Beispiel völlig unbelastet.

Für viele hiesige Marketing-Menschen erinnert das Wort jedoch unweigerlich an convenience store oder convenience food. Und ist damit leicht negativ. Und nein, comfort ist keine gute Alternative.

Ich finde übrigens die gängige Übersetzung von comfort zone (sprich: Komfort-Zone) auch nicht gelungen. Es geht doch um Wohlfühlen und nicht um "Komfort". Und eine Zone ist es auch nicht.