Donnerstag, 20. Januar 2011

Was für ein Übersetzertyp bist du?

Im Laufe der letzten 25 Jahre habe ich drei sehr unterschiedliche Gattungen der Spezies „Übersetzer“ erlebt (Mischlinge und Mutanten gibt es natürlich auch):

Typ 1: Akribischer Sprachwissenschaftler
Anteil: Machen locker 85% der Profi-Übersetzer mit Uni-Abschluss aus.

Attribute: Sehr konzentriert; „geradeaus“ denkend; systematisch, oft introvertiert bis schüchtern

Stärken: Gründlich, aufmerksam, (meist) sehr produktiv; recherchieren gut und gern; reagieren positiv (wenn auch vielleicht empfindlich) auf Kundenwünsche; gut organisiert

Schwächen: Cannot always see the wood for the trees; oft zu wörtlich; bleiben manchmal im Detail stecken; manche stecken den Kopf in den Sand, wenn Probleme (sprachlicher oder sonstiger Art) auftauchen

Typ 2: Ungeduldiger Sprachkünstler
Anteil: Ist ganz klar eine Minderheit aber macht gern auf sich aufmerksam

Attribute: Lieben „schöne“ Sprache; extrovertiert, kommunikativ, offen

Stärken: Bringen sehr viel Energie und Kreativität auf; können Texte nicht nur übersetzen sondern auch verbessern oder selbst texten; sind proaktiv

Schwächen: Setzen sich manchmal über die Wünsche des Kunden hinweg; verlieren die Geduld bei Großprojekten oder „unattraktiven“ Aufgaben; konzentrieren sich so sehr auf die schöne Formulierung, dass die Aussage manchmal verloren geht.

Typ 3: Quereinsteiger (ein tolles Wort übrigens!)

Anteil: Nicht unbedingt die größte aber die variantenreichste Gattung. Viele tummeln sich etwas abseits vom Markt, in dem die anderen zwei Gruppen agieren (z.B. nur für ganz bestimmte Kunden oder Branchen).

Attribute: Sind i.d.R. keine geborenen Sprachler; manchmal unfreiwillig oder gar widerwillig im Beruf. Andere sind begeisterte Spätzünder: Sie finden in dem Beruf eine völlig neue Perspektive.

Stärken: Bringen oft unschlagbares Fachwissen mit; haben wichtige Erkenntnisse und Fähigkeiten aus anderen Bereichen; können sich oft gut mit dem Kunden (in affinen Bereichen) identifizieren und kommunizieren

Schwächen: Sprachgefühl läßt vielfach zu wünschen übrig; oft sind es „Fachidioten“ – in einem bestimmten Bereich glänzend, in anderen überfordert

Horses for courses [für jede Rennbahn das richtige Pferd einsetzen]
Jeder Übersetzerdeckel findet seinen sprachlichen Topf. Und oft erzielt man die besten Ergebnisse durch eine Kombination – zum Beispiel wenn ein Sprachkünstler eine Werbebroschüre übersetzt, aber durch einen Sprachwissenschaftler kontrolliert wird (auf solche Kombinationen setzen wir).

Don’t shoot the messenger
Ich bin gespannt auf die Reaktion. Jeder Übersetzer ist natürlich ein einzigartiger Mensch . Und jeder kann seine Stärken maximieren und seine Schwächen minimieren. Dennoch: Ich bin überzeugt, dass diese grobe Typologie stimmt.

Freitag, 14. Januar 2011

Denglisch – the other way round

Anna Gentle hat mich auf folgendes Beispiel für umgekehrtes Denglisch hingewiesen:

http://www.kutchenhaus.co.uk/

Was mich sehr beunruhigt (und Herrn Allers sicherlich erfreut). Ich finde es lustig.

Voll krass: Schneewittchen auf Kanakisch

Allllsssssoo. Denglisch ist aus meiner Sicht künstlich und relativ nutzlos. Es gibt aber echte Dialekte und „neue deutsche Sprachen“, die für mich gute Gegenbeispiele sind – denn sie sind lebendig, haben eigene Regeln und Konventionen sowie einen definierten Wortschatz.

Hier ein paar vollkrasse Beispiele (mein Dank gilt meiner „Fischtochter“ für den Hinweis).

Besonders zu empfehlen ist Schneewittchen auf Kanakisch (am Besten danach suchen – oder etwas runterscrollen):

http://www.detlev-mahnert.de/Jugendsprache.html


P.S. Die Tochter meiner Freundin beglückt mich mit verschiedenen Spitznamen und Anreden – „Du Fisch“ gehört zu nicer sobriquets. Daher nenne ich sie meine „Fischtochter“. Ich habe aber auch andere Namen auf Lager.


http://en.wikipedia.org/wiki/Sobriquet


Auch interessant-amüsant ist:

Buddy Ogün 3.0 (auf YouTube – Einbettungscode war nicht verfügbar)

Die ersten 30 Sekunden sind a bisl langweilig – aber danach ist sehr schön zu sehen (hören), wie ein Mensch verschiedene Dialekte / Sprachvariantenten je nach Zielgruppe einsetzt. Und wie Sprache/Dialekt ein Identifikationsmittel sein kann.

Hier auch ein Quiz zu Denglisch:

http://www.t-online-business.de/denglisch-quiz-verstehen-sie-denglisch-/id_16903704/index

Habe nur 8 Punkte geholt!!!

Donnerstag, 13. Januar 2011

The delicious Denglisch debate continues

Ich gebe zu: Diese Auseinandersetzung macht mir Spaß.

Herr Allers hat seine Anwort auf seiner eigenen Website veröffentlicht.

http://www.denglisch4ever.de/ (Rubrik: Discussion)

Die Kommentare von Victor Dewsbery (hier auf meinem Blog) finde ich auch sehr interessant.

Kosten-/Nutzenanalyse (cost/benefit analysis)
Das entscheidende Schlachtfeld scheint Denglisch als Kunstsprache (oder eigene Sprache, oder als Teil von Deutsch) zu sein. Ich kann gerade noch in einem versteckten Winkel einen klitzekleinen „Nutzen“ dieser Kunstsprache erkennen (sprich: eine reine Werbesprache exklusiv für Germans). Aber er ist winzig. Und die Kosten sind aus meiner Sicht einfach zu hoch. Und zu diesen Kosten gehört, ja, meine eigene muttersprachliche Seele. Und warum reagiere ich da so emotional?

Doch meine Muttersprache!
Weil Denglisch NICHT mit a health warning daherkommt, sondern fast immer so tut, als wäre sie meine Muttersprache. Es wird geschummelt und betrogen. Zu behaupten, das ist eine eigene Werbesprache, um mir damit jegliche Schutzrechte abzusprechen, ist ein hinterher reingeschobenes spitzfindiges, teilweise unredliches, Argument – it is (disingenuous) sophistry of the highest order (auch wenn Herr Allers sicherlich an Denglisch als realexistierend glaubt).

Alphabet soup anyone?
Wenn absichtlich und klar erkennbar mit der englischen Sprache für Deutsche gespielt wird, finde ich das (in Maßen) in Ordnung. Da fällt mir ironischerweise nur ein Franglais-Beispiel ein – die Sandwich-Kette pret a manger in England!

http://www.pret.com/our_food/soups.htm

Ich empfehle die tomato soup.

Aber das ist nicht der Normallfall.

What’s the point?
Denglisch als „eigenständige Sprache“ erfüllt keinen echten Kommunikationszweck, der nicht schon durch die deutsche oder englische Sprache gegeben wäre. Ja, ein cooles Werbe-Feeling (you see, I am not totally anti-Denglisch) wird vermittelt – aber keine inhaltliche Botschaft. IM GEGENTEIL: die Kunstsprache verwirrt – und nicht nur die Muttersprachler.

Es wird genügend Deutsche geben, die entweder gar kein Englisch verstehen, oder dermaßen gutes Englisch, dass sie nicht sicher sind, ob bei „It’s on you“ die englische oder die denglische Bedeutung zum Tragen kommen soll. Auch innerhalb der Zielgruppe.

Dabei ist „It’s on you“ relativ harmlos. Viel Werbe-Denglisch ist dermaßen grauenhaft, dass keiner durchblickt. Werbe-Denglisch existiert nicht als einheitliche Sprache oder Teilsprache. Sondern sie entsteht jedes mal neu – in Abhängigkeit von den Intentionen und Englischkenntnissen (aha!!) des einzelnen Autors – was wiederum belegt, dass sie keine echte eigenständige (Teil-)Sprache ist.

Test-tube babies, born to die
Es ist keine neue Sprachspezies, die von sich aus überlebensfähig ist. Sie ist eine genmanipulierte Kunsterscheinung, die immer wieder in der Retorte entsteht, die immer wieder anders ist, und immer wieder nach Abhängen des Plakats stirbt.

Einer schreibt „it’s on you“, der Nächste schreibt, „it lies on you“, ein Dritter sagt, „it’s down you“, ein Vierter – naja, you get the picture.


Kreole? Voll krass, Mann!
Die Vergleiche mit Kreolen hinken. Kreole enstehen aus einem natürlichen Mitteilungsbedürfnis heraus. Sie sind nicht künstlich. Sie sind lebendige Sprachen, die von lebendigen Menschen gesprochen werden. Und – ganz wichtig – es entstehen neue grammatikalische Regeln, linguistische Konventionen sowie (total wichtig!) allgemein erkannte Bedeutungen für Wörter und Wendungen (ja, gerade bei Englisch gibt es eine sehr große Schwankungsbreite, aber trotzdem).


Ich verstehe nur Bahnhof
Der Vergleich mit dem Ami, der zum Bahnhof will, ist auch gehbehindert. Er wird verstanden, weil nichts Missverständliches dabei ist. Und er behauptet nicht, eine legitime (Kunst-)Sprache zu sprechen, die besonderen Respekt verdient. Sondern nur schlechtes Deutsch. Er lässt sich sicherlich gern korrigieren! Und fitness studio (vor allem studio) ist uns zu weit weg von „gym.“ Es ist zu sehr Eigenname. Ja, es kann sich noch durchsetzen wie hoover und co. Glaube ich aber nicht.

Da njet
It’s on you dagegen habe ich falsch verstanden, weil die Konstruktion „on you“ eine klar vordefinierte Bedeutung hat, die in meinem englisch programmierten Hirn einen fest verdrahteten linguistischen Schalter umlegt. Wenn ein Russe Ihnen sagt: „Ich komme mit der Maschine“, was verstehen Sie? Dass Abromovich in seinem Privatflugzeug kurz rüberjettet? Leider kommt Ivan mit dem Auto – denn „Maschine“ auf Russisch bedeutet Blechkarosse. Das ist JonnyM in Grün.

I always manage to mention football
Ob wir weniger gut falsches Englisch oder Dialekte verstehen als Deutsche? Hmm, Dialekte sind in Deutschland auf jeden Fall viel mehr präsent – und eher akzeptiert als in England. Es sind echte Dialekte. In England sind es eher Unterschiede in der Aussprache. Es gibt aber Ausnahmen – der neue Trainer von Liverpool FC, Kenny Dalgliesh, spricht für meine Begriffe einen wahrhaftigen Dialekt. Kein Wunder, wenn der Brasilianer im Team lange Fehlpässe spielt. Jemand soll ihm die Bedeutung von „wee“ im Schottischen erklären.

Ich kann auch mit ungewöhnlichen Wörtern angeben
Indisches Englisch hören wir nicht oft. Und die Phoneme sind für uns sehr gewöhnungsbedürftig.

http://de.wikipedia.org/wiki/Phonem

Also kämpfen wir etwas mit dem Verständnis. Man kann sich aber daran gewöhnen. Amerikanisch (zumindest gewisse Formen) ist uns nicht fremd. Dr House, gespielt von einem Engländer, gibt uns eine regelmäßige Spritze. Daher haben wir mit Obama and Friends selten Probleme. Aber wir haben natürlich allgemein weniger Übung mit Fremdsprachen.

Dienstag, 11. Januar 2011

Warum ich Denglisch hasse. Oder auch nicht.

Folgenden Text habe ich noch vor Erhalt der Email von Herrn Allers erhalten. Ich hoffe auch, er nimmt mir meine Anwort nicht übel - ich finde einen solchen Austausch sehr aufschlussreich und an-/aufregend.


Es gibt einige ergraute, erzkonservative bis ewiggestrige Menschen, die einen regelrechten Kreuzzug gegen Denglisch führen. Obwohl ich mit einigen Einwänden absolut d’accord bin, möchte ich nicht zu diesem Lager zählen.

Es gibt aber auch einige Menschen, häufig Mitglieder der „Kreativbranche“, die lieber ein englisches als ein deutsches Wort verwenden - vor allem, wenn es um Werbung geht. Und selbst wenn ich in und mit dieser Zunft mein Geld verdiene, habe ich dabei einige Bauchschmerzen.

Heh, that's mine!!!
Jede Sprache leiht sich Wörter von anderen Sprachen aus – und gibt sie nicht zurück. Das ist völlig in Ordnung. Ich finde es schön, dass man im Englischen von schadenfreude, zugzwang und kindergarten redet. Dass wir robots (vom Tschechischen), neologisms und austerity (aus dem Griechischem) sowie perestroika (aus dem Russischen) haben auch. Dass unser Adel auf Französisch verpflichtet ist, finde ich herrlich – noblesse oblige hat tatsächlich einen edlen Klang. Fremdwörter sind Salz in der Suppe, sie sind eine wichtige Würze.

Hmm, a bit salty if you ask me
Aber: Zu viel Salz schmeckt gräßlich. Und beim falsch gewählten Gewürz verdreht sich schnell der Magen.

Englisch wird oft eingesetzt, weil es angeblich cool ist – nicht, weil es was treffender zum Ausdruck bringt, oder was Neues kommuniziert.


Die Rektorin kann doch Englisch, oder?
Was ich persönlich echt nicht leiden kann, ist die extrem häufige Verwendung von Möchte-Gern-Englisch – Englisch, das keines ist. Englisch, das wörtlich oder einfach völlig falsch übersetztes Deutsch ist. Was bringt das? Wieviele Jugendliche hören täglich „hit music only“, und glauben damit was Englisches gelernt zu haben? Oder gehen auf die Cooperative University, um ein dual study (autsch!!) zu absolvieren - statt auf die University of Cooperative Education? Nur weil das „die Rektorin so beschlossen hat – und basta.“

Immer wieder erklären gebildete, intelligente und sonst sehr sympathische Nicht-Muttersprachler am grünen Tisch irgendeinen grausamen Spruch für tolles Englisch – und wir native speakers flehen sie vergeblich an, dieses Verbrechen gegen die englischsprechende Menscheit zu überdenken. WARUM tun sie das? I don’t know. Aber es tut in der Seele weh.

Hier ein Artikel in der englischen Presse zu Denglisch:

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/denglish-now-verboten-2171795.html

Hier ein Artikel über die Dynamik von Englisch:

http://www.independent.co.uk/news/science/the-way-we-speak-now-2174495.html

Martin, you have (critical) mail!

Ich habe folgende interessante Email erhalten.


Hallo Mr. Crellin,

ich schätze Ihre Seiten sehr, habe schon viel daraus gelernt und bewundere Ihre perfekte Zweisprachigkeit.

http://falsefriends-mcsquared.blogspot.com/2010_09_01_archive.html jedoch hat mich leider nicht so sehr überzeugt.


Ich habe ca. eine Sekunde auf das Plakat geschaut, und mir war klar, was gemeint ist:

Es liegt an dir, ...
(... den inneren Schweinehund zu überwinden und - s. Bild - Schweiß für deine Fitness zu vergießen. Wir helfen dir dabei, indem wir dich ...) bis Jahresende kostenlos trainieren (lassen).

Da hat niemand „Es geht aufs Haus“ im Leo nachgeschaut. Sondern jemand hat "Es liegt an dir" nicht im LEO nachgeschaut.

Unten in Ihrem Beitrag schreiben Sie selbst "Alle drei vernahmen die Aussage: Es liegt an dir."
Warum also sollte die Botschaft bei den Germans nicht angekommen sein?

Ich sehe zwei Deutungsmöglichkeiten für Ihre Polemik (wertneutral):

1. Sie haben das Plakat ebenfalls richtig verstanden, mögen aber kein Denglisch.

Meine Meinung:
Ihre Kritik an Denglisch-Übersetzungen für Native Speakers ist ja völlig berechtigt.
Aber Denglisch ist eben kein Englisch und kann demzufolge auch kein falsches Englisch sein.
Denglisch mag englische Wurzeln haben oder auch nur englisch aussehen (Pseudo-Anglizismen); solange es von Deutschen für Deutsche gemacht und von Deutschen verstanden wird, ist das m.E. in Ordnung.

Mit einer vorsätzlichen (?, s.u.) Fehlinterpretation und Bemerkungen wie "fitness studio (was natürlich auf Englisch nicht so heißt)" (googeln Sie mal: "fitness studio" site:uk) würden Sie sich m.E. dem Niveau von Sprachnörglern wie VDS und Co. annähern, und das wollen Sie hoffentlich nicht wirklich?

2. Sie haben tatsächlich „Es geht auf deine Rechnung“ o.ä. verstanden.

Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass Briten und Amerikaner anscheinend derart in Idioms denken / sprechen, dass ihnen die Bedeutung der einzelnen Wörter / die wörtliche Bedeutung der Phrase gar nicht mehr bewusst ist.

Ich kenne Amerikaner, die public viewing tatsächlich ausschließlich als 'öffentliche Aufbahrung' interpretieren.

Manchmal ist es m.E. gar nicht schlecht, 'von außerhalb' auf eine Sprache zu blicken.
Wenn ein Deutscher 'Äpfel mit Birnen vergleicht', denkt er kaum an einen tatsächlich möglichen Vergleich der beiden Obstsorten.

Ein Ausländer, der die Redewendung nicht kennt, sieht das ganz anders.

Wie sehen Sie das? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

Mit freundlichen Grüßen
Michael Allers
www.denglisch4ever.de

P.S.: Ich mag grundsätzlich keine Fitness-Studios.


Dear Mr Allers,

I understand where you are coming from, but I do not want to go there. Und ich hatte schon einen Post zu genau diesem Thema zwischen den Feiertagen geschrieben, nur noch nicht veröffentlicht.

Also: It is on you habe ich nicht absichtlich falsch verstanden. Auch meine Native-Speaker-Kollegen hier im Büro haben den Spruch wie ich interpretiert. Denn wir denken zuerst auf Englisch. Aus diesem einfachen muttersprachlichen Grund haben wir sofort die eigentliche englische Bedeutung herausgelesen (und daher habe ich falsch auf „Leo/Es geht aufs Haus“ getippt). Die eigentliche Bedeutung ist nicht „es liegt an dir“ – das wäre „now it’s up to you / now it's down to you“.

Apples and pears
Wenn Sie den Satz mit der Redewendung „Äpfel mit Birnen vergleichen“ vergleichen, dann vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. If you see what I mean.

Die eigentliche Bedeutung ist nicht irgendwo versteckt. Da es um kostenloses Training geht, ist meine erste Wahrnehmung auch gar nicht mal so abwegig. Und genau dort liegt the dog buried: Es ist keine klare Botschaft.

Für Deutsche nicht (machen wir eine Umfrage – es wären sicherlich einige dabei, die zumindest nicht sicher wären). Für Native Speaker erst recht nicht. Und das finde ich einfach, sorry, Kacke. Das ist Möchte-Gern-Cool sein.


VDS, nein danke
Nein, ich möchte nicht VDS-mäßig (auch wenn nicht alles von denen falsch ist) lehrerhaft, beamtenmäßig und spießbürgerlich alles ablehnen, was nicht in irgendwelchen verstaubten Grammatikbüchern oder Wörterbüchern steht.

Ich habe nichts gegen Erneuerung und Veränderung. Aber Sprache soll KLAR kommunizieren. Unklare Kommunikation kann nervig, kostpielig oder gar tödlich sein. Sprache sollte auch elegant und geschmeidig daher kommen. Das tut Denglisch (oft) nicht.


Pigs in tone zones
Zum Wort „Fitness Studio“: Klar kann man das Wort auch in England finden – als Eigenname. Aber tone zone wollen Sie zum Beispiel nicht nehmen, oder? Ist auch sehr beliebt. Wenn man Ihren PS mit „I don’t like fitness studios“ übersetzt, ist das schlicht und ergreifend falsch. Das sagt kein pig in England. Hässlich ist es auch noch. Es wird von einem Engländer/Ami entweder gar nicht oder nur mit Mühe verstanden.


Minority report
Sagen Sie ruhig „Fitness Studio“ auf Deutsch. Aber behaupten Sie bitte nicht, dass wäre natürliches, akzeptables Englisch. Selbst wenn es von einer (kleinen) Minderheit so benutzt wird – wenn Sie 10 solche extremen Minderheitslösungen in einen Text einbauen, haben Sie am Ende alle Leser verwirrt und ein gräßliches Endprodukt noch dazu.

Apropos Minderheitslösung: Manche Native Speaker sagen tatsächlich: It’s on you to get down to the gym. Aber sie sind eine absolute Minderheit. Ohne Zusatz (to get down to the gym) funktionierts sowieso nicht. Unklar bleibts auch mit Zusatz.


Kiwis
Ihr Einwand erinnert mich an einen Kumpel von mir, der nach Neuseeland ausgewandert ist. Er hat ständig „the“ falsch ausgesprochen, obwohl er diesen Laut mit entsprechender Mühe richtig treffen konnte. Er war einfach bequem. Er hat behauptet: Das versteht man auch so. Das war für mich als Native Speaker tierisch anstrengend, dem zuzuhören. Und teilweise habe ich ihn doch nicht verstanden.


In praise of Denglisch???
Aber schauen wir an, was ich an Denglisch durchaus in Ordnung finde:

1. Gewisse englische Wörter kommunizieren was Neues, was es im Deutschen nicht gibt, und schwer mit germanischen Silben einzufangen ist (Web 2.0, cool)

2. Manche englischen Wörter haben sich im Deutschen schon längst etabliert, und erweitern den Sprachschatz um eine Nuance – obwohl sie im Englischen eine etwas andere Bedeutung haben (z.B. Power). Das gibt es auch in anderen Sprachen (z.B. Angst auf Englisch, Halstuch auf Russisch). Aber ich möchte auf diese Unterschiede hinweisen – da es sonst sehr oft zu einer Fehlkommunikation/Fehlübersetzung kommt. Aber deren Verwendung im Deutschen will ich nicht VDS-mäßig ausmerzen.

3. Ich finde es durchaus OK, bekannte englische Wörter als Synonyme oder „Würze“ einzusetzen (Besprechung ist völlig brauchbar, aber Meeting mal zur Abwechslung auch). Ich verwende diese englischen Alternativen ja selbst – siehe oben.

4. Beabsichtigte Sprachspielereien mit Englisch und Deutsch können witzig sein (aber schnell verblassen - English for run-aways lässt grüßen).


Ich kann schon Ihre kleine Rebellion gegen VDS nachvollziehen, und Ihre Website finde ich echt unterhaltsam. Aber bedenken Sie bitte auch folgendes:

Denglisch im Sinne von „It’s on you“ – was bringt das? Es ist selbst für Deutsche zumindest missverständlich. Es ist Anti-Bildung – denn viele Deutsche werden glauben, damit was Englisches gelernt zu haben. Denglisch ist „cooler“ als Deutsch? Dann wenigstens richtiges Englisch BITTE. Sonst überwiegen klar die Nachteile. Auch Sarah Connor gibt manchmal Dinge von sich, die weder ein Engländer noch ein Deutscher versteht – aber keiner traut sich, nachzufragen. Des Kaisers neue Kleider, sage ich nur.


Leave my language alone!!!
Die Verwendung von falschem Englisch, nur um cool zu sein, finde ich absolut daneben. Es ist oberflächlich. Und es verschandelt meine Muttersprache (ohne witzig zu sein). Das tut mir in der Seele weh.

Wenn das Ihnen egal ist, dann ist das aus meiner Sicht überheblich – uns Muttersprachlern gegenüber und auch der Zielgruppe gegenüber. Es ist auch unehrlich. It is bad English masquerading as good English. Die Verwendung von richtigem Englisch, nur um cool zu sein, finde ich nicht viel besser. Es ist teilweise elitär oder ausgrenzend. Wollen Sie das wirklich?


Jil Sander
Sehen Sie mal dieses berühmt-berüchtigte Beispiel von Jil Sander (und vom VDS angeprangert) an – finden Sie das gut?

Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story.
Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß.
Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden.
Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, dass man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewusste Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils
.

Es ist zwar komisch, aber unfreiwillig.

An artificial language, anyone?
Und Sie erklären Denglisch zur Kunstsprache (nur für Germans), damit alles erlaubt ist? Wissen das die Germans, die "It's on you" lesen? Woran sollen sie den Unterschied erkennen? "It's on you" war (wohl) nicht absichtlich falsch. Nur falsch. Wozu ist diese Kunstsprache eigentlich gut? Nicht viel. Und wer entscheidet, was richtiges oder falsches, gutes oder schlechtes Denglisch ist? Sie? Am Ende weiß dann keiner, ob mit comfortable das Deutsche "komfortabel" oder das Englische comfortable gemeint ist.

Und nein, das ist nicht egal. Das ist für mich wie Video-Kunst oder Graffiti. Es gibt tasächlich wirklich tolle Bespiele – aber viele Künstler können nichts, und verstecken ihr fehlendes Können hinter Sprüchen und Haltungen wie „Das könnt ihr nicht verstehen“, oder „Das ist so gewollt.“

Treading a fine line between pedantry and passion
Ich möchte kein Sprachfetischist oder -faschist sein. Aber ich liebe Sprache, besonders Sprachwitz. Ich liebe meine Muttersprache (und auch Ihre). Ich liebe klare, elegante aber auch frische, innovative Kommunikation. Denglisch kann eine Bereicherung sein. Aber oft ist es eine Verschandelung, eine Verstümmelung, eine Zeitverschwendung. Für mich geht es darum, den Unterschied zu erkennen.

Ihre Einwände finde ich interessant, aber falsch. Aber auch nicht schlimm. Schlimm sind die Leute, die so tun, als wäre ihre Werbung richtiges, authentisches Englisch – obwohl sie es selbst dilettantisch zusammengebastelt haben. Das ist Etikettenschwindel. Und auch keine eigenständige Kunstsprache.

Sonntag, 9. Januar 2011

FAQs about this blog

Wie viele Hits hast du? Von wem wird der Blog besucht und warum?
Nicht so wahnsinnig viele Hits - es schwankt meist zwischen 50 und 100 am Tag, je nachdem, wie aktiv ich bin. Die Tendenz ist allerdings klar steigend. An sonnigen Tagen geht es ruhiger zu. Montags ist meist mehr los als am Wochende. Insgesamt gab es knapp 35.000 Besucher seit Gründung.

Besonders häufig werde ich von Google-Nutzern aufgesucht, die folgende Suchbegriffe eingeben:

False friends (na klar!)
Lustiges Englisch
Thank you for your understanding (warum auch immer?!!!)
Prokurist auf Englisch
Impressum auf Englisch
Denglisch
Practice-oriented (warum auch immer?!!!)
Weihnachten denglisch
Ausrufezeichen im Englischen

Auch extrem aufschlussreich: Fast täglich wird mein Blog aufgrund des Namens „Kirstin Scheele“ gelesen – die Frau, die ich wegen Betrugs angezeigt habe. Offensichtlich wird sie von vielen Menschen gesucht - in Deutschland, England, Vietnam und in den USA. Ich bin vier oder fünf Mal in der Sache Scheele direkt kontaktiert worden. Und mindestens einer hat sich der Anzeige angeschlossen.

Mein Blog ist auch bei einigen anderen Blogs gelistet, und auf der Website vom American Translators’ Association. Manche kommen über die Website meiner Firma (
www.crellin.de).

Was sind die beliebtesten Posts?
Nr. 1 mit fast 1000 Aufrufen ist:
http://falsefriends-mcsquared.blogspot.com/2009/04/lifes-for-sharing-viral-marketing-auch.html

Warum ist mir eigentlich rätselhaft.

Nr. 2 mit 262 Aufrufen ist:
http://falsefriends-mcsquared.blogspot.com/2009/03/thank-you-for-your-misunderstanding.html

Nr. 3 und 4 zusammen gehören Frau Scheele!
http://falsefriends-mcsquared.blogspot.com/2009/11/wo-sind-sie-frau-scheele.html
http://falsefriends-mcsquared.blogspot.com/2010/06/kirstin-scheele-part-2.html

Eine ganze Weile war auch folgender Post extrem beliebt – und wurde von vielen anderen Bloggern erwähnt (and is my own personal favourite):

http://falsefriends-mcsquared.blogspot.com/2009/09/kein-klempner-muss-das-aushalten.html

Ich kenne zudem Kollegen, die gern Kunden auf gewisse Posts aufmerksam machen, weil die eigenen Argumente damit untermauert werden (zB Impressum, Prokura, Prof. Prof. Dr., Unterschiede in der Interpunktion und im Layout, die Tücken bei der Entwicklung von Claims).

Warum bist du manchmal wochenlang still? Keine Themen mehr?
Bloggen ist für mich ein Hobby, ein Ventil. Manchmal habe ich soviel Geschäft, dass ich nicht dazu komme – oder besser gesagt: Dazu nicht die Muse habe. Themen habe ich genug. Sie ergeben sich stündlich aus meiner Arbeit heraus. Sie laufen mir teilweise buchstäblich über den Weg, über den Bildschirm, oder durchs Radio.

Was weißt du über die Leser deines Blogs? Wer sind sie?
Ich habe etwa 20 bis 30 Leser, die regelmäßig vorbeischauen. Die anderen sind Zufallstreffer (oft über Google-Suche). Die IP-Adressen und Provider-Angaben lassen vermuten: Sie sind in etwa 50/50 deutschsprachig/englischsprachig – aber auch ein Israeli, ein Spanier, ein Brasilianer und ein Franzose sind dabei. Die meisten schauen sich einen bestimmten Post an – meist den allerneuesten. Aber gelegentlich (vielleicht ein Mal am Tag) verbringt ein Leser eine ganze Stunde beim Stöbern und schaut sich vielleicht 40 bis 50 Posts an.

Warum muss ich ein Google-Account haben, damit ich einen Kommentar hinterlassen kann?
Ich habe den Blog bei Google eingerichtet – und leider muss man zum Kommentieren ein entsprechendes Account beim Elefanten des Internet-Universums haben. Vielleicht ziehe ich mal um – aber dazu bin ich im Moment einfach zu beschäftigt (oder bequem!).

Warum erscheinen die Kommentare erst mit Verzögerung?
Ich hatte viele Probleme mit Blog-Spam und habe daher die Funktion „Kommentare prüfen“ aktiviert. Eine „politisch motivierte“ Zensur gibt es nicht. Ich würde obszöne oder extrem „bescheuerte“ oder unsinnige Kommentare ablehnen, aber sonst nicht.

Du schreibst teilweise über deine Kunden. Ist das nicht etwas gefährlich?
Es gibt viele, viele schöne, lustige oder gar peinliche Fälle, die ich „leider“ hier nicht veröffentlichen kann oder will. Wenn doch, dann „anonymisiere“ ich das Beispiel, indem ich einfach ein ähnliches Sprachkonstrukt nehme. In sehr krassen Fällen, bei denen der Kunde alle Warnungen in den Wind geschlagen hat, nenne ich den Verursacher beim Namen. Aber da muss ich schon ziemlich verärgert sein!!! Und selbst dann beschränke ich mich auf Fälle, die sowieso im „public domain“ sind.

Liest du selbst auch ab und zu die Blogs anderer Leute? Wenn ja, interessiert dich dabei in erster Linie themenverwandter Inhalt?
Ja, tue ich. Mich interessieren schon ähnliche Inhalte, aber ich suche neue Erkenntnisse, Anregungen. Ich bin zum Beispiel sehr unzufrieden mit unserer Terminologieverwaltung und auf der Suche nach einer Lösung, die nicht Trados heißt. Aber ich suche auch verwandte Seelen – Menschen, die sich über dieselben Dinge ärgern (schlechte, bequeme Übersetzer; die strukturellen Probleme dieser Branche, vor allem den Würgegriff der großen Büros) und sich für dieselben Dinge begeistern (elegante Lösungen für knifflige Probleme; Übersetzer, die nicht nur in Zeilenpreisen denken). Eine Link-Liste ist längst überfällig, weiß ich. Kommt noch.

Hat sich aufgrund deines Blogs für dich schon einmal etwas Geschäftliches ergeben - z.B. dass ein potenzieller Kunde dich über deinen Blog gefunden hat, oder sich sonstwie eine Kooperation ergeben hat?

Ja – wir haben einige interessante Bewerbungen erhalten und auch Kunden gewinnen können. Eine Kooperation wurde uns angeboten, wurde aber letztendlich nicht realisiert – denn wir sind ein In-House-Team. Anonyme Fernbeziehungen ohne Feedback sind in dieser Branche gang und gäbe, aber wir haben keine gute Erfahrung damit. Wir mögen es gern kritisch, intensiv und vor Ort. Wir würden zum Beispiel gern mit jemandem zusammenarbeiten, der ins Deutsche übersetzt – aber nicht nur per Email. Am besten sollte der oder diejenige bei uns im Büro sitzen. Der Kaffee ist gut (Lavazza, frisch aufgebrüht) und der Kicker steht zur Verfügung. Ach ja, schon zwei Ex-Freundinnen haben mich über den Blog ausfindig gemacht (nach jeweils 16 und 25 Jahren Funkstille).

Donnerstag, 6. Januar 2011

Abholen, einzahlen, gefühlt auf Englisch

Mir sind zwei weitere Kandidaten für deutsche Wörter des Jahres 2010 eingefallen: abholen und einzahlen.

Beispiele:

1. Werbung muss verkaufen und langfristig auf die Marke einzahlen

2. ...die Zielgruppe mit Motiven abholen, auf denen die Models dem deutlich jüngerenen „Fühlalter“ der Leser entsprechen....

Wie immer ist die Übersetzung extrem kontextabhängig, zumal die Ausdrücke noch sehr „jung“ und daher noch biegsam in der Bedeutung sind.

1. Hier: strengthen the brand, build the brand – in anderen Zuammenhängen vielleicht aligned with the brand.

2. Hier: appeal to the target group, secure the target group’s attention. Und bitte Motive NICHT mit motives oder motifs übersetzen!! Beides sehr beliebte Fehler selbst unter Muttersprachlern. Hier ganz klar visuals (wobei auch images oder photos gut funktionieren).

Linguistic flash in the pan?
Bin gespannt, wie lange sie sich diese Begriffe halten. Denn es gibt auch Ausdrücke, die inzwischen völlig aus der Mode gekommen sind. Noch vor drei oder vier Jahren waren folgende Formulierungen extrem beliebt:

XYZ ist im Bereich xyz nicht mehr wegzudenken.
Die Serie der XYZ reißt nicht ab.

In beiden Fällen haben sich viele Übersetzer mit wortwörtlichen Wiedergaben (it is impossible to imagine XYZ without XYZ) in elend langen Sätzen völlig verheddert (they got themselves tied in horrible knots).

Bei Redewendungen und blumigen Ausdrücken muss man sich strikt auf den Pudelskern konzentrieren – nicht auf die linguistische Verpackung.

2009 war übrigens vor allem „gefühlt“: gefühlte Inflation, gefühlte Rechtssicherheit, gefühlte Lesbarkeit. Alles war gefühlt.

Entstanden ist diese griffige Wendung durch die innovative Verpflanzung von „gefühlter Temperatur/Kälte“ – was im Englischen in etwa dem „wind chill factor“ entspricht. Was aber in diesen neuen Fällen nicht mehr herhalten kann. Am besten funktioniert „perceived“ – aber es gibt sicherlich andere Mögichkeiten.

Für mich war 2010 auf jeden Fall eine gefühlte Achterbahnfahrt mit extrem positivem Gesamtergebnis.

Mmmm, da würde aber perceived nicht mehr passen!!!!

Dienstag, 4. Januar 2011

Ansprechpartner, Ansprechperson auf Englisch

Ansprechperson (oder Ansprechpartner) wird gern als contact person übersetzt. Aber gern ist nicht immer gut. Jaaaaaaa, man kann es sagen. Aber es ist förmlich, fremd und fernab der Realität.

Sagt man auf Deutsch: Wer ist unser Ansprechpartner? So würde man auf Englisch schlicht und ergreifend sagen:

Who’s our contact?

Auch in anderen Zusammenhängen reicht contact völlig aus.

Partners in crime
Übrigens – Ihr Teutonen schient eine klitzekleine Obsession mit dem Wort Partner zu haben: Interviewpartner, Gesprächspartner, Geschäftspartner, Squashpartner, Lebenspartner. Und es gibt bei Konferenzen meist ein Partnerprogramm.

Auf Englisch ist die Übersetzung immer wieder anders.

Interviewpartner?
Interviewee.

Gesprächspartner?
SCHWIERIG!!! Wir haben eigentlich kein Wort dafür.

Meike läßt fragen: Und wie würdest du jetzt tatsächlich "Gesprächspartner" sagen?Beispiel, wenn ich einen Bericht vorlegen möchte über ein Akquise-Gespräch, dass ich während der Arbeit geführt habe, und ich möchte meinem Chef berichten, dass Herr Müller ein sehr angenehmer Gesprächspartner ist?

In dem Fall würde ich wahrscheinlich sowas sagen wie: Mr Müller is a very pleasant guy (to talk to, on the phone, to do business with); Mr Müller has a very nice bedside manner - das sagen wir Briten erstaunlich oft. Man muss sich dazu einen Arzt am Bettrand vorstellen. Daher kommt der Ausdruck vermutlich.

Geschäftspartner
Kontextabhängig. Könnte tatsächlich ein partner, nur ein associate oder vielleicht einfach ein customer, client oder supplier sein. Oder vielleicht einfach someone I do business with.

Squashpartner
Hmmm. Ja, squash partner geht schon. Aber oft würde ich sowas sagen wie the guy I play squash with oder my regular squash opponent.

Lebenspartner
Einfach partner. Oder live-in partner. Hat sich so in den letzten fünf Jahren ziemlich fest etabliert. Ist auf jeden Fall unverfänglicher als common-law wife/husband oder long-time boyfriend/girlfriend (ab einem gewissen Alter klingt das echt albern). Habe aber auch gelegentlich long-time companion gelesen.

Partnerprogramm
Fast immer companion program.

Hoffe, damit meinen Blogpartnern geholfen zu haben. Ihr Ansprechpartner bei Rückfragen? Ich.