Sonntag, 3. Juli 2011

40 Seiten schlechtes Englisch umsonst überarbeitet

Nice customers:

Es gibt Kunden, die unsere Arbeit sehr schätzen, aber von „oben“ schmerzhaft enge Budgetvorgaben haben. Es gibt Projekte, die Spaß machen, aber keine finanzstarken Sponsoren haben. Und es gibt sympathische Menschen, die einfach gutes Englisch brauchen, und gerade keine Knete haben. Für alle haben wir Verständnis – und machen gern finanzielle Zugeständnisse.
Wir haben im Juni zum Beispiel aus „sozialen Gründen“ ein Projekt umsonst (pro bono, wie es im Englischen heißt) durchgezogen, das normalerweise locker 1200 EUR gekostet hätte. Denn: Für mich ist mein Geschäft mehr als nur Geschäft. If you see what I mean.  Es soll Freude machen – mir, dem Team und den Kunden. Und ohne Kickertisch und Bürohund läuft bei uns sowieso nichts.

Not-so-nice customers:
Aber es gibt auch Menschen, die einfach dreist sind – auch wenn sie sich wahrscheinlich besonders clever vorkommen.

GMX = Großes Maul, niX dahinter?
Ein Beispiel gefällig? Wir hatten diese Woche eine Anfrage von einer GMX-Adresse. Da geht schon mal eine Augenbraue bei mir hoch. Wir sollten vorhandenes „Englisch“ aus deutscher Feder korrigieren. Da schnellt schon die andere hoch. Vier Seiten. Als Probe. Umsonst. Die Augenbrauen treffen sich in der Mitte und tauschen die Plätze.

Eine Kostprobe?
Proben sind durchaus ein probates Mittel – ich empfehle sie ja auch. Aber vier Seiten? Und dann auch noch schlechtes Englisch statt gutem Deutsch? And for free? Ach, und alles innerhalb von 24 Stunden?  Auf der anderen Seite: Das beschriebene Projekt war ganz lecker. Und es sollten angeblich viele bezahlte Aufträge folgen.
Also schlugen wir 100 EUR als „Schutzgebühr“ vor. Nicht gerade viel. Aber es wurde prompt per GMX abglehnt  - mit dem Hinweis auf die anderen 10 (in Worten: ZEHN!) Mitbewerber, die ihre Probe umsonst machen würden. Also hat der Herr womöglich 40 Seiten selbst gedichtet und alles umsonst überarbeiten lassen? Very clever, Mr. GMX-Adresse. Aber ohne uns.

Nicht schon wieder Do-it-yourself-Englisch
Und warum glauben denn so viele, dass grausames Denglisch einfacher (und billiger) zum Überarbeiten wäre als gutes Deutsch zum Übersetzen? Seufz.

Was zum Schmunzeln
Zu diesem Thema kann ich folgenden Emailaustausch (angeblich authentisch) sehr empfehlen (unbedingt nach unten scrollen und alles lesen bzw. anschauen! Es fängt relativ bieder an):


Überhaupt: Die Website ist ein Traum – sehr schräg, aber sehr witzig.

Berühmt wurde sie weltweit durch diesen Dialog:


Persönlich finde ich diesen Beitrag total zum Kringeln:

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