Montag, 10. Dezember 2012

Chard, lemon sole and mimd the gap


Ich war letztes Wochenende in London. Und durfte linguistisch und kulinarisch auftanken. Sprache verändert sich rasend schnell. Als Texter/Übersetzer muss ich (will ich!) unbedingt Schritt halten. Daher sind regelmäßge Aufenthalte in der Heimat nicht nur enjoyable sondern auch educational.

Ein Beispiel: Beim Übersetzen von Broschüren für T-Systems sind wir öfter mal über „elektronische Patientenakte“ gestolpert. Nachdem meine Mutter neulich über ganz was anderes gestolpert ist (und sich ihre fibula gebrochen hat) bin ich im Krankenhaus dem englischen Pendant  begegnet.


Besonders auffällig: In London sind jede Menge Amerkanismen zu hören – und zwar aus sehr englischem Munde (To touch base, ballpark figure, step up to the plate. achieving closure, kick the can down the road…).

Aber auch ohne our American cousins gibt es viel Neues. Besonders beliebt sind portmanteau words – Wörter, die man aus den Fragmenten von zwei (oder mehr) Anderen zusammenbastelt.

To chilax zum Beispiel (aus chill und relax).

A bromance (aus brother und romance) ist eine nicht-sexuelle Männerfreundschaft.

Gegen chuggers (charity und muggers – die meist jungen Leute, die in London überall anzutreffen sind und einem für einen guten Zweck richtig auf die Nerven gehen) wurde jetzt ein Gesetz erlassen – sie dürfen einem nur noch drei Schritte hinterherlaufen. Dann ist die Maus juristisch aus.

Ihr Deutschen könnt Wörter ganz einfach aneinander reihen. Wir nicht (zumindest nicht ohne Schluckauf zu bekommen). Die Not macht in dem Fall erfinderisch (necessity is the mother of invention) – und daher so viele portmanteau words. Zumindest ist das MEINE Hypothese.

Eine weitere Entdeckung: up in ganz neuen Verb-Kombination.

I’m all layered up sagte mir eine Kassiererin in Marks and Spencer. Was so viel heißt wie: Ich habe mich ganz warm angezogen (= viele Schichten über einander).

They’re all loved up ist eine von The Daily Mail bevorzugte Beschreibung für verliebte Promis.

Und wenn ein wimp (Warmduscher) endlich mal a bisl Rückgrat zeigen soll, so sagt man: man up!

Im kulinarischen Bereich habe ich Lebensmittel entdeckt, die ich sonst eher auf Deutsch kenne. In Osterley Park gibt es ein farm shop, in dem man für ein Pfund eine riesige Tüte Swiss chard (Mangold) kaufen kann. Allerdings ist Mangold im  Kaufland Ludwigsburg (ein schrecklicher Laden…) größer, weniger farbenfroh und eindeutig weniger frisch.






Hier das Rezept dazu:


Wobei ich recht viel Mangold verwendet habe (wir hatten ja so viel!!). Außerdem habe ich einige Scheiben chorizo gebraten und reingeworfen (diese ganz scharfe Wurstsorte ist in Great Britain inzwischen sehr beliebt). War eine richtig scharfe Ergänzung.

In Borough Market habe ich eine lemon sole (Rotzunge) für drei Pfund ergattert. Die dover sole (Seezunge) war mir mit neun (!) Pfund pro Stück doch etwas happig. Aber dafür ist der Fisch in London richtig frisch.




Und ihr kennt doch alle mind the gap, oder? Naja, in Osterley sprechen sie das wohl etwas anders aus…




Freitag, 7. Dezember 2012

The road to compelling copy

Heute ein Beitrag von Ben Davidson:

As an Englishman living in Germany, I’ve noticed a vast difference in marketing styles between the two countries. Sometimes, German companies’ marketing leaves a bit to be desired, with copy that is functional without being fascinating.

The carsharing case study

German firm Stadtmobil and US-based Zipcar are both market leaders and offer near-identical carsharing services. But their websites could scarcely be more different. The contrast is remarkable, and not only in terms of the texts. The visuals and usability of the sites are worlds apart.










The most striking thing is the sheer amount of text on the Stadtmobil site. And when you work up the courage to read the copy, the language is dull and sterile – it doesn’t forge a connection with the reader. The same cannot be said of Zipcar. Their site has its own personality, cool images and a sprinkling of humour. It drives you to find out more.


Picking a style that reflects the service?








Note the friendly tone of voice – it’s all part the cool, fun brand identity. There is a distinctly informal feel: phrases like “We’re easy”, and “The doors will unlock, and it’s all yours!” see to that. Zipcar explains why a car club is a great idea, linking these reasons to real-life situations. In contrast, Stadtmobil simply lists potential benefits. It’s not terrible, but it doesn’t reach out to the reader or inspire them to sign up.










Consumer friendly or eco friendly?
There is another fundamental difference between the two brands. Stadtmobil emphasises the eco-friendly aspect of the shared-car model, saying how good it is for the PLANET. Zipcar say how good it is for YOU. Ok, they acknowledge the green benefits, but the real focus is on the user. This opens them up to a wider audience. Have a look at how Zipcar compares itself to conventional car rental:






So who is in the driving seat?
What I like about the Zipcar site is that all the pages have the same tone of voice, and project a consistent brand image. Light-hearted, engaging and informative copy helps make a boring task seem fun! It presents the service in a fresh and exciting way, using this persona to draw you in. And personality is a key ingredient, as people are far more likely to buy into a brand they identify with. While Stadtmobil is stuck on the hard shoulder, Zipcar is streets ahead.

Dienstag, 27. November 2012

Feeling warm, warm, warm?

Heute ein Beitrag von Anna Gentle:

Besonders in der kalten Jahreszeit freuen wir uns alle über ein warmes Essen, manchmal vielleicht gar eine Wärmflasche. Und in unseren Wohnungen machen wir die Innentüren zu, holen unsere Zugluftdackel aus dem Schrank und lassen die Rollläden herunterrattern, dass ja kein Wärmeverlust entsteht.

Bei uns Englischsprachigen geht es aber noch viel heißer her. Für uns ist das Warmwasser nicht nur warm sondern hot. Wir genießen a hot meal (or hot dinner) und gehen danach zufrieden mit unserer hot water bottle ins Heiabett. Und bei uns geht nicht warmth verloren sondern heat.

Wenn man in unserem Beruf plötzlich in the hot seat ist und quasi aus dem Stand diese vermeintlich einfachen Ausdrücke übersetzen muss, ist es leichter als man denkt, Warmwasser mit warm water zu verwechseln. Oder zu vergessen, dass man bei Begriffen wie Warmwasseraufbereitung eigentlich besser fährt, wenn man die Temperaturangabe ganz weglässt: water heating.

Daher ein heißer Tipp: schaut euch euren hot-off-the-printer (abgewandelt von hot off the press = druckfrisch) Text am besten nochmals an. Do we really say that? Wenn nicht, schnell ändern or you could end up in hot water!

Montag, 26. November 2012

Rahmenprogramm, Partnerprogramm auf Englisch


Die EU finanziert jede Menge framework programmes. Aber da geht‘s um Infrastruktur und Wirtschaftsförderung. Mir geht‘s um Kaffee, Köstlichkeiten und Klatsch auf Kongressen und ähnlichen Veranstaltungen.

Eine Lösung für das Partnerprogramm (sprich: 49 Ehefrauen, 20 Mätressen und ein einsamer husband besuchen die Stuttgarter Staatsgalerie) ist schnell gefunden: Es heißt fast immer companion program. Gelegentlich trifft man auf accompanying persons‘ program. Aber das klingt für mich arg abgehoben und unappetitlich.

Das gibt es einfach nicht!

Rahmenprogramm ist nicht so einfach. Denn: Ich habe tatsächlich gute drei Stunden lang einschlägige amerikanische, britische, kanadische und australische Websites abgeklappert (ja, sowas mache ich!!!). Und was stellt der selbsternannte Sherlock Holmes der Sprache fest? Von einem separaten, dedizierten “Programm” für die Leckereien am Abend oder den Ausflug in die Schnapsbrennerei wird selten geredet.

Am häufigsten liest man networking opportunities – auch als Überschrift. Oder nur networking. Oder networking and fun. Oder es gibt entertainment, manchmal an evening meal, dinner oder sogar banquet. Es gibt social events oder social activities, und auch sightseeing. Oder eben alles.




Call a spade a spade

Das heißt: Die Dinge werden beim Namen genannt. Und nicht als Programm deklariert. Und ja, mir ist auch klar, dass so manche networking opportunity nicht Teil eines Rahmenprogramms ist. Aber das der Begriff, der am meisten eingesetzt wird.

Meine Lösung, Dear Watson, lautet also: Die Aktivitäten umschreiben / beschreiben. Nix mit program(me).

Aber dann kommen wir zur Ausnahme:

Offensichtlich mögen Australier social programmes. Auch Studenten haben anscheinend eine Schwäche dafür. Aber ansonsten – vor allem in Einladungen und auf Websites – würde ich locker-flockig bei networking und entertainment bleiben. Auch die Australier und Studenten greifen nur gelegentlich zum programme.

Hier ein paar real-world examples:


You can schedule keynote speakers, breakout sessions, and other events that will entertain as well as educate your attendees.
Your ticket includes presentations and poster session, cocktails and networking.

Join us for a full day of discussions, hands on workshops, networking, and fun. Meet the coolest creatives and companies in New York City, and make valuable connections with peers and professionals.

The conference typically features 450 readings, lectures, panel discussions, and forums, as well as hundreds of book signings, receptions, dances, and informal gatherings

A range of social events will be offered throughout the two weeks of the conference and workshops.
Networking with peers during the social program is often one of the most productive elements of a conference.

Schedule a variety of social activities for conference attendees in their free time. Consider getting discounted tickets to a local attraction or theme park. Host an informal cocktail and appetizer party by the hotel pool one night. 

Montag, 19. November 2012

Best ager? Best avoided.


Ich soll heute vormittag ein Angebot (quote, not offer) über eine recht interessante Marktstudie abgeben – allerdings wird gleich im ersten Absatz über Beste Ager und Twens gesprochen. Beide Begriffe sind reinstes Denglish der allerübelsten Sorte. Es gibt sogar ein Online-Magazin, das so heißt:



                                                           
Für Engländer und Amis gibt es the grey marketthe silver market, und auch woopies (wealthy older people) aber keine Best Ager.

Ein Ager wäre höchstens ein Mittel, mit dem man Möbeln (oder Menschen?) eine antike Optik verpasst.

Leider wollen viele Kunden auf diesen gräßlichen Begriff nicht verzichten – in dem Irrglauben, er wäre "genau richtig" und "von allen verstanden". In Berlin ja. In London und New York nicht.

Twen ist noch fataler. Denn es gibt durchaus einen ähnlich klingenden Begriff in der Marktforschung: Tween. Nur ist ein Tween wesentlich jünger! Das Wort beschreibt Kinder im Alter von 10 bis 13, die sich schon frühreif wie Teenager verhalten. Siehe hierzu http://en.wikipedia.org/wiki/Preadolescence

Donnerstag, 15. November 2012

Leuchtmittel: ‘illuminants’ ‘lamps’ or ‘bulbs’?


Heute ein beitrag von unserer Praktikantin, Eve Williamson: 

The word ‘Leuchtmittel’ is an all-embracing term:

Gegenstand, mit dem [besonders elektrisches] Licht erzeugt werden kann (z.B. Glühlampe, Neonröhre, Leuchtdiode) [Duden online]

We’re talking about the assorted lighting products that we screw or wire into light fittings, in order to create light. (What we’re not talking about is floral lamp shades.)
  
Finding an English equivalent is no easy task. There’s no immediately obvious way to convey the same breadth of meaning, and the online dictionaries are of little help. Beolingus offers us nothing; the good people at WordReference are equally clueless. Leo and dict.cc fare a little better, at least throwing up ‘illuminant’ and ‘lamp’, but we shouldn’t be too hasty to scribble these translations into our own work.

On the surface, ‘illuminant’ may seem to provide the nifty blanket term we’re looking for, but it really signifies any ‘means of lighting or source of light’ [Oxford Dictionaries Online], including things like oil for oil lamps. And when the term is used, this is generally in a scientific context reserved for boffin-types. (Your average Joe doesn’t head down to the supermarket for ‘illuminants’!)

http://en.wikipedia.org/wiki/Standard_illuminant

‘Lamps’ is used by some lighting manufacturers to describe a variety of Leuchtmittel; the word is still problematic however. First and foremost, the term ‘lamps’ makes us think of light fittings: reading lamps, standing lamps, lava lamps, etc. So we would come a cropper if we tried to use ‘lamps’ as a straight-forward equivalent for ‘Leuchtmittel’ in all contexts. Lamps are primarily things we like to match with our home décor – Leuchtmittel less so…

  

Another translation we might consider is ‘bulbs’ or ‘light bulbs,’ as a considerable selection of Leuchtmittel may be described this way. We hit a wall however when our Leuchtmittel include things like fluorescent tubes and LEDs. Retailers of electrical goods do sometimes class these as ‘bulbs’ on their websites, but these aren’t what we generally think of as ‘bulbs’, as they don’t take the defining shape. 


So what is the best translation?

The inconvenient truth is that there is no one word which expresses all that ‘Leuchtmittel’ conveys. Which term we choose therefore depends on context, but what we can conclude is:

·         If it’s really necessary to pick one term, ‘(light) bulbs’ is probably the best option, as it covers a variety of Leuchtmittel quite nicely: halogen, fluorescent and spotlight bulbs etc.

 

·         If however we’re talking about a variety of Leuchtmittel, such as incandescent bulbs and fluorescent tubes, it might be a bright idea (naff pun intended) to translate Leuchtmittel as ‘bulbs and tubes’ for the sake of accuracy.




It’s perhaps also worth bearing in mind that if we’re dealing with one type of Leuchtmittel exclusively, such as ‘Leuchtstoffröhren’ or ‘LED Leuchtmittel’, it’s possible to translate these simply as ‘tubes’ or ‘LEDs’ – here we don’t actually need the blanket term.

Hopefully this explanation has provided some enlightenment (har har).

 

Sportlich ist nicht immer sporty


Sportlich hat was mit Sport zu tun, oder? Also auf Englisch sports? Nicht unbedingt.

Sportliche Kleidung ist in der Regel nicht sports oder sporty clothing (aber man beachte: eine sports jacket gibt es durchaus). Fast immer ist casual oder elegantly casual gemeint.

Den false friend kennen und meiden die meisten Übersetzer. Aber über den folgenden stolpern (von meinem reliable friend das Handelsblatt) viele:

Die Unternehmen haben große Pläne: „Es wäre sportlich, aber nicht auszuschließen, dass [der neue Trabi] 2012 wirklich fährt.“

Hmm. Das hat nun rein gar nix mit Fussball, Tennis oder Schwimmen zu tun.

Nicht einfach – aber vielleicht „quite a challenge“ oder „a tall order“. Was das Übersetzen gelegentlich auch ist.

Montag, 12. November 2012

A slip of the tongue

Eine Bekannte hat neulich dieses Blog gelesen – und plötzlich verstanden, dass ihr jealous South African boyfriend nicht nur irritiert sondern tatsächlich von ihr ziemlich genervt war. Denn irritate auf Englisch ist nicht nur verwirren/verunsichern. Es ist ganz klar ärgern/nerven. Der boyfriend ist jetzt ex.

Ich bin froh, meinen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet zu haben.

Das erinnert mich an eine interessante Begegnung mit lingerie in einem Department Store in Sheffield.
Meine attraktive deutsche Begleiterin hat irgendwie irgendwas an irgendeinem Slip zu meckern gehabt. Und das auch noch zum Ausdruck gebracht. Da waren aber die netten sales assistants etwas irritiert (aber nicht irritated). Denn in England ist ein slip ein Unterrock. Und der war ja weit und breit nicht zu sehen.

Bei uns heißt das entsprechende Kleidungsstück knickers (sehr umgangsprachlich), panties oder auch briefs.
Damit habe ich auf elegante Weise einen Vorwand gefunden, euch folgende Bilder zu zeigen:


My thanks to Marks and Spencer:





My thanks to John Lewis:





Ja, ja, ok, ok, damit mir nicht Einseitigkeit vorgeworfen werden kann, hier ein männliches Beispiel:






Free English lesson: A slip of the tongue ist ein verbaler Ausrutscher/Verdreher. Und sagt man oft als Entschuldigung für irgendeine blöde Bemerkung, die falsch raus- und rübergekommen ist (sorry, that was just a slip of the tongue).


Übrigens: ich habe jahrelang geglaubt, ein Pony (Deutsch) wäre dasselbe wie ein ponytail (Englisch). Die Frisur heißt bei uns in England fringe und bei den Amis bangs. Und das wiederum erinnert mich an einen ziemlich obszönen Witz, der nur auf Deutsch funktioniert (Kinder jetzt bitte wegschauen):

Frau sucht Mann mit Pferdeschwanz. Frisur egal. 

Donnerstag, 8. November 2012

Kein Happy End?



Auch ich bin nicht immun gegenüber false friends.

Neulich erzählte ich munter einer Landsmännin (was ist das für eine komische Wortschöpfung?) eine Story mit einem Happy End. Na und? Ist doch schön, oder? Jaaaaaa.

Nur mein Native-Speaker-Gegenüber wies mich dezent (übrigens nicht decent) auf meinen False Friend hin. Es heisst Happy Ending auf Englisch. Mit einem kleinen aber wichtigen ing.


Ihr glaubt mir nicht?

Hier...

Montag, 5. November 2012

Ungewollte Schwangerschaft bei Werbeagentur in Siegen



Die Werbebranche liebt das Wort Konzeption. Und fast immer wird es völlig mistranslated als conception.

Es gibt sogar eine Agentur in Siegen, die sich gleich so getauft hat:





Und bei Bertelsmann gibt es eine Stelle, die ich jungen Männern mit viel Ausdauer und vielen eifrigen Spermien empfehlen kann:





Ja, es warten echt interessante Herausforderungen auf Sie! Und das Video möchte ich auch unbedingt sehen!


Zugegeben, es kann in bestimmten Fällen etwas mit Gedanken zu tun haben (You have absolutely no conception = Sie haben keine Vorstellung).

Aber conception wird in erster Linie als Empfängnis (ja, schwanger werden) verstanden. 


Hier hat the NHS (unser staatlicher Gesundheitsdienst) einige nützliche Hinweise zum Thema:




Daher sind Wortschöpfungen (Xing läßt schon wieder grüssen) wie e-conception (mittels Parship?) und creative conception (besonders anstrengende Stellungen vielleicht?) amüsant aber nicht sehr aussagekräftig.


Das folgende Angebot in Aachen könnte auch sehr reizvoll sein:



Wie man mittels PC schwanger wird, ist mir nicht ganz klar - aber wenn es hilft (vielleicht kann man die fruchtbarsten Tage errechnen)? Na dann.

Konzeption bei einer Werbeagentur ist concept development. Analog ist die Kreation creative development (wenn die Aktivität gemeint ist) oder the creative department / team (wenn die Abteilung beschreiben werden soll). Die Künstlertypen, die hinter dieser Arbeit stecken, nennen sich einfach creatives. Creation dagegen ist die Schöpfung - und hat eine göttliche Dimension.

Überhaupt ist das Wort Konzept bzw. Konzeption mit größter Vorsicht zu genießen.

Für euch ist ein Konzept meist viel konkreter als für uns a concept.

Konzept kann plandesign, development sogar solution sein.

Aber bitte den Begriff immaculate conception auf jeden Fall vermeiden, es sei denn Sie sind der Papst.

Freitag, 2. November 2012

Gelassenheitsgebet für Übersetzer?


Kennt ihr the serenity prayer (Gelassenheitsgebet):

God, grant me the serenity to accept the things I cannot change,
The courage to change the things I can,
And the wisdom to know the difference.

Die Wiki-Übersetzung lautet:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Finde ich nicht schön – vor allem “Dinge”? Gibt es wirklich nichts Besseres? Aber egal. Darum geht es mir hier nicht.

Auch mich als Übersetzer regt das zum Nachdenken an.

Wir müssen die Aussage des Ausgangstextes erkennen und akzeptieren. Nicht verändern. Gar nicht so einfach, wie es klingt. Und mancher Übersetzer begräbt die Intention des Autors unter seiner Begeisterung für wendige Wortspiele und süße Sprüche (vor allem Übersetzer, die in ihren linguistischen Elfenbeintürmen wenig Berührung mit Wirtschaft, Technik oder Marketing haben).

Aber noch viel häufiger trauen sich Übersetzer nicht, eine übelriechende deutsche (oder denglische) Wortwahl zu verändern, und den stinkenden Biomüll über Bord zu werfen – oder sich von germanischen Strukturen und Redewendungen zu trennen.

Die Weisheit, den Unterschied zwischen Aussage und Biomüll zu erkennen – tja, das ist die allerschwierigste Übung.

Apropos of nothing – folgendes ist mir heute über den Bildschirm geflattert. Auch ein Beispiel dafür, wie eine wörtliche Übersetzung aus einer Anzeige (die eh nicht gut war) schwupp-di-wupp Anti-Werbung machen kann.




Und um das Thema Schreibfehler fortzusetzen:



Dienstag, 30. Oktober 2012

Handhabung nicht immer leicht zu handeln

Handhabungstechnik = (material-)handling technology (wobei equipment oder systems oft die bessere Übersetzung für Technik ist - vor allem, wenn man konkrete Lösungen vor Augen hat).

Aber wenn ein Produkt "leicht in der Handhabung" ist, so ist das für mich eindeutig easy to operate oder einfach user-friendly. Das ist keineswegs handling.

Ist das Teil "leicht zu handeln", dann ist das dasselbe in Grün. Aber eine Situation, die schwer zu handeln ist, ist für mich eher difficult to manage oder vielleicht sogar awkward (vor allem, wenn es Richtung "sensibel" oder gar "peinlich" geht).

Und sensible ist natürlich ein false friend hoch zehn - aber das habt ihr gewusst, hoffe ich????

Sonntag, 28. Oktober 2012

Freitag, 26. Oktober 2012

Erreichbar auf Englisch


Wann bist du erreichbar? Wie bist du erriechbar? Du bist ja nie erreichbar!!!

Bitte nicht reachable. Als Verb geht es einigermaßen. When can I reach you? How can I best reach you? 

Aber es gibt Besseres, Natürlicheres.

Gerade im Business-Kontext: 
When are you available (to discuss XYZ)? 
When and how can I best get hold of you?
What’s the best way to contact you?
When can we touch base?

Auch bei Windows Instant Messenger und anderen Software-Lösungen, die mit presence information und status indicators arbeiten, wird von availability gesprochen.

Und sollte dein Freund nie erreichbar sein, empfehle ich Folgendes: I can never get hold of you!! You never pick up your phone! You’ve gone AWOL! It’s over between us!!!

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Opulente Modestrecken für markenaffine Leserinnen - translate!


Opulent = opulent? Oxi. Strecken = stretches? Non. Affin = affinitive? Njet.

Fangen wir mit dem Einfachen an. Eine Modestrecke ist a fashion spread.

Opulent auf Englisch ist  recht negativ behaftet. Da denke ich sofort an neureiche Oligagarchen und deren pompös (auch ein false friend by the way) von der trophy wife (Vorzeigefrau) eingerichtete Penthouse-Wohnungen.

Ich würde sowas wie lavish, eye-catching, visually exciting sagen.

Dann hätten wir noch affin. Dieses klitzkleine Wort ist in den letzten Jahren immer häufiger anzutreffen – kulturaffin, modeaffin, CDU-affin. Es gibt keine einfache one-size-fits-all Lösung.

kulturaffin – interested in the arts (Kultur ist auch ein halber false friend – but I will come back to that), a culture vulture

modeaffin – a follower of fashion, a fashionista, interested in fashion (fashion victim hätte gern hinzugefügt …)

markenaffin – brand-conscious, brand-aware, brand-driven, brand-loyal

CDU-affin – hmmm, schwierig. Close to the CDU. A CDU supporter.

Und Leserinnen würde ich schlicht mit readers übersetzen – bei Frauenzeitschriften (und darum geht es hier) braucht man nicht extra female zu betonen.

Bitte auch bedenken: affinity ist für uns sehr personenbezogen. Es geht da um große Sympathie, persönliche Zuneigung, oft mit einer Prise sexueller Anziehung. Nicht umonst heißt ein sehr beliebtes Paarungsportal bei uns match affinity. “Affinität" ist im Deutschen oft viel sachlicher.

Und eine Fang-Quiz-Frage: Wie heißt neureich auf Englisch? Na?????? Nouveau riche! Und Adel verpflichtet? Noblesse oblige.

Ihr nehmt gern Englisch, wenn es edel sein soll. Wir fahren nach Paris.



Montag, 15. Oktober 2012

Ein schwarzer Politiker ist blau...


Auch bei Farben muss man sehr aufpassen:

Pink auf Englisch ist nicht pink auf Deutsch. Für uns ist pink, was ihr unter rosa versteht. Was ihr unter pink (deutsch) versteht, ist für uns shocking pink, oder bright pink.

Außerdem: we are green with envy (und niemals gelb; und bei uns ist die Hoffnung, soviel ich weiss, ohne Farbe). You are yellow heisst, du bist feige. Blue bedeutet natürlich traurig, nicht besoffen.

Weisse Flecken auf der Karte sind nicht white stains - das klingt leicht obszön. Es handelt sich hier um eine Redewendung, die man nur umschreiben kann. Farben haben dabei im Englischen nichts zu suchen.

Aber das Beste, was ich jemals in dieser Richtung erlebt habe, war die Übersetzung folgenden Spruches eines CDU-Politikers bei der Verleihung eines internationalen Farb-Design-Preises:

Er sagte sowas wie: "Und wenn es um Farbe geht, so gehöre ich zu den Schwarzen".

In der Übersetzung, die ich zur Kontrolle bekommen hatte, stand:

"When it comes to colour, I am a negro." Ja, negro hat er geschrieben - er war a bisl älter. 

Bei uns ist black ohne politische Zuordnung (übrigens ein "pinko" ist für die rednecks ein Kommunist).

Ich habs dann geändert in: true blue conservative. Allerdings funktioniert das nur in England. Bei den Amis sind die Republicans rot, die Democrats blau!




Freitag, 5. Oktober 2012

PONS kann nicht kochen


Ich bin ja ein bekennender Foodie – jemand, der gern kocht und meist das Ergebnis gern isst (meine experimentierfreudigen red-wine-fueled Kochkünste sind schon mal berechtigterweise mit der Bezeichnung „russisches Roulett“ ausgezeichnet worden).

Nun wollte ich in Sheffield (angeblich der Stadt mit den meisten Bäumen pro Einwohner in ganz Europa) ein Berglinsenrezept für meine Familie herzaubern. Aber wie heißen denn Berglinsen auf Englisch?

Over to Google. An zweiter Stelle kommt PONS – mit dem Vorschlag puy lentils. Erm, nein. Das ist was anderes, soviel ich weiß.

Latein ist doch eine nützliche Sprache
Bei Tieren und Pflanzen greife ich gern zu den lateinischen Bezeichnungen als Brücke zur Lösung. Aber ich bin nicht fündig geworden. Also nahm ich widerwillig linguee (an erster Stelle in der Google-Rangliste). Mountain lentils? Wirklich?

Ich habe  nach Bildern gesucht. Und siehe da – selbst Sainsbury’s hat sie. Also muss es stimmen.

Verlage und neue Technologie = Magenverstimmung
Übrigens: PONS (und die anderen Verlage) sind immer etwas träge, wenn es um neue Technologie geht. Ich erinnere mich noch gut an die Abneigung Mitte der 80iger gegenüber CDs. Und hätten die Verlage bloß das Internetzeitalter ein paar Jahre früher erkannt, so würden wir vielleicht alle bei Langenscheidt und nicht Leo nachschauen. Und die Verlage würden nicht mit dem Pleitegeier kämpfen.


Season well
Die Ergebnisse wären unter Umständen für alle besser gewesen – denn bei PONS, Collins und Langenscheidt sind seasoned (eine schöne Alternative zu experienced – mein Dank an Anja) Lexikographen (Lexikografen?) am Werk, die mehr auf Kontext und Quelle geachtet hätten. Aber auch sie sind fehlbar – wie man bei den Berglinsen sieht.

Mein Lieblingsrezept (und Lieblingswebsite für Rezepte) zur Zeit:


Guten Appetit.

Dienstag, 25. September 2012

Prozesslaufzeit auf Englisch

In der Software-Welt ist die Laufzeit tatsächlich run-time (run-time = der Moment, in dem die Anwendung ausgeführt wird).

Aber ansonsten wird Laufzeit eher für die Dauer einer Tätigkeit verwendet. Und in dem Fall ist run-time eine sehr schlechte und verwirrende Wahl. Unter Umständen könnte man von duration, period oder gar „how long it takes to do XYZ“ reden. Aber fast immer (und wie sehr oft) ist die beste Lösung WEGLASSEN und anders formulieren.

Zum Beispiel:

Wir wollen durch neue Software unsere Prozesslaufzeiten verkürzen

We plan to accelerate our processes by means of new software.

Ach-und-ganz-nebenbei-Hinweis: Verkürzen auf Englisch is ja auch nicht immer shorten.

Ähnliches gilt für Zeiten in Zusammensetzungen wie „Lieferzeiten.“

"Wir wollen unsere Lieferzeiten verkürzen" würde ich je nach Kontext als

We intend to accelerate time-to-delivery (oder lead times).

Oder

Our goal is to ship our goods earlier.

Oder schlicht und ergreifend

Our aim is faster delivery.

Denn für uns ist delivery time der ZeitPUNKT der Lieferung nicht  die Zeit zwischen Auslieferung und Anlieferung.

Dienstag, 21. August 2012

Technikraum auf Englisch

Heute wieder ein Beitrag von Ben Davidson, der inzwischen Teilnehmer an unserem recht anspruchsvollen Traineeprogramm ist!


We get some pretty fun jobs from clients in real estate. They often ask us to translate brochures describing their latest high-tech green building or cool new downtown development. But there are tricky little things waiting to catch you out. This example is from a table of facts and figures:

Mietfläche gesamt         xx.xxx m2 davon Büro                        xx.xxx m2 davon Technik                                 x.xxx m2

The problem here lies in the “Technik”. It is not clear what it actually refers to. Cue a call to the customer. Here’s the gist of what they said, “Technik refers to Technikraum, a room dedicated to the boring stuff that lets the building function: air conditioning units, boilers, electrical equipment, etc.”

Fortunately, the client has an employee who is a native speaker of English. They suggested “plant room.” Now, we are a friendly bunch here at Crellin Towers, but we always like to make sure we get the right term, so I hit the net to do some research.

I googled “plant room” with building, the search engine came up with 289,000 hits, not all relevant – some were rooted in horticulture. But Google Images confirmed that “plant room” was a valid term, with lots of pictures of rooms filled with pipes and other heavy duty equipment.
Interestingly, the Wikipedia page for plant room doesn’t actually mention “plant room”. Instead, it offers “mechanical room” and “boiler room.” They rattle up 300,000 and 1.2m hits respectively, and both are credible terms for future use. The only thing to note is that boiler room is pretty specific. A Technikraum may contain more than just a boiler (or no boiler at all).

For rooms filled with electrical equipment you can use – wait for it – “electrical rooms,” but again, that may be too specific to use as a general term.

So, if you’re looking for a more cover-all name for “Technikraum,” the best options are “plant room” or “mechanical room.” “Plant room” is more widespread in the UK, whereas “mechanical room” is the dominant term in the US. On this occasion we opted for “plant room,” but don’t be afraid to branch out and use the other possibilities if need be.

Montag, 13. August 2012

Der geniale Musikantenknochen


Ich war am Wochende segeln. Für mich die allerbeste Sportart für gestresste Übersetzer und sonstige Selbstständige (was aus „selbst“ und „ständig“ besteht, if you know what I mean). Sie bietet Entspannung pur - auch dann, wenn man nur wenige Stunden zur Verfügung hat. Und man kann sich für einen Tagesausflug aufm Wasser relativ spontan entscheiden, was bei stark fluktuierender Auslastung extrem nützlich ist.

Dabei habe ich ein neues, tolles Wort gelernt: Musikantenknochen. Was auf Englisch funny bone heißt – aber die deutsche Variante gefällt mir besser.
Auf der Rückfahrt vom Lake Constance haben wir Deutschlandfunk gehört –  verstaubter und konservativer als BBC 4 oder BBC World Service, aber trotzdem einer meiner Lieblingssender.

Es kam ein faktenreicher Bericht über die Nominierung von Paul Ryan als (möglichen) Vizepräsident durch Mitt Romney. Ein US-Interviewpartner beschrieb Paul Ryan als a genial guy – was durch den deutschen Reporter prompt als "genialer Mensch" übersetzt wurde. Nein!!! Alarmstufe Rot!!! (was übrigens als red alert und nicht red alarm übersetzt werden soll).

Genial (auf Englisch) heißt so viel wie „sympathisch“. Es ist komisch, aber wir haben kein richtiges Adjektiv für das Substantiv Genius – oft wird genius selbst genommen („he is a genius architect“) – aber schön ist das nicht. Besser ist in der Regel was ganz anderes aber ähnliches („brilliant“ zum Beispiel).

Solche Fehler unterlaufen Journalisten oft (vor allem bei N-TV, habe ich den Eindruck). Sie können zwar in der Muttersprache genial formulieren, aber sie überschätzen ihre Englischkenntnisse fatal. Es gibt halt eine Menge False Friends. Und genial gehört dazu.

If you don’t believe me: Oxford Advanced Learner’s Dictionary (für mich absolut das Beste – auch für uns Muttersprachler) definiert genial als:

Friendly and cheerful, affable.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Irritationen without irritations

C arbeitet bei der Werbeagentur von dem Bullettenkönig von Deutschland - der zu unseren Lieblingskunden gehört.
Eines Tages bekam ich von ihr eine SMS (übrigens: wird am besten mit text oder text message übersetzt - nicht SMS). "Was bedeutet pathetic? Bitte schnell antworten."

Es folgte alsbald ein amüsantes Flüstergespräch - sie war bei einem Pitch in London.

Die Musik von dem Spot (ja, das gibt es, aber üblicher is commercial) sollte pathetisch klingen. Aber der Kunde staunte nicht schlecht, als man ihm vorschlug: the music should be pathetic. Wer will schon erbärmlich schlechte Musik haben?

Es gab also Irritationen - was natürlich nicht irritations sind. Wer irritated ist, der ist ziemich verärgert und nicht irgendwie verwirrt. Erstaunlich viele Übersetzer wissen das nicht. Und auch viele Wörterbücher sind in dem Punkt fehlerhaft (siehe die erste PONS-Ausgabe nach dem Bruch mit Collins).

Als C das Ganze dann erklärte, waren die Irritationen vom Tisch und irritated war sowieso niemand - nur amused.

Und wie heißt denn die Musik, wenn sie pathetisch klingt? Naja, ich müsste sie mal hören - aber ich und C haben uns auf dramatic geeinigt.

Freitag, 20. Juli 2012

Die tückische K-Frage

Zuerst die Fangfrage: Wie lautet der Film Kick It Like Beckham auf Englisch?

Nun eine kleine Vokabelliste:

Konditionen, Kommission, Kompetenz, Kalkulation, Komfort, konform, Kooperation, Kollision, Konzeption, Kredit, Kasino, komplex, Kontrolle, Klinik, konstant, Kostüm, komplettieren, Konjunktur, konservieren, klassisch, Kommune, Konstruktion, Kommode, Kongress, und kicken im Sinne von Fussball spielen.

Und heute hatten wir sogar Konvikt! Was nun wirklich nix mit convict zu tun hat.

Korrekt, wenn es mit K anfängt, ist kritische Konzentration geboten. Denn in fast allen K-Fällen handelt es sich um false friends oder zumindest very unreliable friends.

Kacke, nö?

Die Lösung der K-Frage? Bend It Like Beckham. Warum die kleine Änderung? Weil die (meisten) Deutschen den Originaltitel natürlich nicht verstanden hätten. Aber wie Originalenglisch soll es sich trotzdem anhören. Und das ist sehr, sehr vielsagend über das Verhältnis Englisch-Deutsch-Denglisch.

Mittwoch, 18. Juli 2012

In Personalunion auf Englisch


Lebensläufe und Berufsprofile zu übersetzen ist nicht einfach. Es hagelt deutschlandspezifische Schulen, Abschlüsse und Funktionen, die man einem ausländischen Publikum nur schwer vermitteln kann.

Besonders interessant ist der Ausdruck „in Personalunion“ – zum Beispiel: Martin Crellin ist Geschäftsführer, Cheftexter und Kickerkönig in Personalunion.

Hier scheitert Leo kläglich. Für Personalunion wird Personal Union vorgeschlagen – mit dem Hinweis auf einen historischen Kontext. Kann ja stimmen - aber es hilft mir in meinem Kontext null.  Für mich ist eine personal union meine individuell zugeschnittene Gewerkschaft. Eine Suche nach dem genauen Wortlaut „in Personalunion“ (also mit der Präposition „in“) ist bei Leo offenbar nicht möglich – es kommen nur Treffer für „in“.



Und überhaupt: Was soll diese grässliche, kinderstubenähnliche Oberfläche. Es sieht nach Abi-Zeitschrift Anno 1980 aus. Es gibt putzige Tierchen. Vieles ist braungelb. Und eine katastrophale Schrift. Es passt allerdings zum dilettantischen Inhalt. In den Foren wird zwar heftig und teilweise intelligent über den Begriff diskutiert, aber die Gescheiten können sich selten durchsetzen.

Mit linguee fährt man meist besser. Und siehe da – dort haben die Meisten offensichtlich verstanden: In Personalunion auf Englisch heißt…. gar nix. Gemeint ist (in den meisten Fällen): Eine Person hat zwei oder mehrere Funktionen inne. Also weg mit der persönlichen Gewerkschaft  - schreibt einfach, dass he (or she) is both ABC and XYZ. Oder he/she combines the role of XYZ with the office of ABC.