Freitag, 30. März 2012

Leitsystem auf Englisch


Heute ein Beitrag von unserem Junior Translator Ben Davidson:


Leitsystem:
While translating a corporate design manual, I came across the word Leitsystem. As it was a heading, there wasn’t much to be gleaned from direct context, but a brief scout around the page and its pictures revealed a few pointers. They are talking about signs that give people directions.


The good book


I dragged the biggest German dictionary I could find from our bookshelf in the office and flipped to ‘L’. No luck this time. What about the online dictionaries? Dict.cc offers ‘guidance system’ and ‘guide-system’. They are more closely related to rockets than pedestrians. Leo and Linguee both offered ‘signage’ as a possible translation. Not a conclusive result, but the signs were good.


Go to the net


I had heard that one of our other customers uses ‘directionals’. I put that into Google. It served up 490,000 hits – mostly about tennis. After a little thought, I decided to try combining ‘directionals’ with Leo’s suggestion – would “directional signage” work? Over half a million hits on English language sites – and Google images results showed exactly what I was looking for. I noticed many of these results also contained ‘wayfinder signs’, but another search showed this term is far less popular.


Which way to go?


In certain contexts, you may be able to get away with simply using ‘signs’ or ‘signage’. In this instance I needed to be more specific. ‘Wayfinder sign’ does seem to be used, but not nearly as often as ‘directional signage’, and some of the Google images results were fairly questionable. So, my favoured term (by some margin) is ‘directional signage’ – it returns the most hits and, crucially, those hits are relevant. Hopefully that’s pointed you in the right direction.

Freitag, 23. März 2012

Wortmarke / Bildmarke auf Englisch


Diesen Wörtern begegnet man als Übersetzer erstaunlich oft – zum Beispiel beim Übersetzen von „Style Guides“.

Oft geht es schlicht um eine etwas genauere Bezeichnung für Logo. Und das sollte man dann auch sagen. Logo reicht völlig. Mit den Fachbegriffen würden man nur für Verwirrung sorgen – vor allem unter den Nichtgrafikern.

Muss man zwischen den beiden unterscheiden, so wird’s knifflig.  Der Fachbegriff für Wortmarke ist: wordmark. Nein, ich wollte es auch nicht glauben. Ist aber so. Es gibt zwar manche Alternativen: typographic logo liest man ab und zu, und manche beharren auf die Urbedeutung von logotype. Aber wordmark ist weitaus verbreiteter. Und klarer.

Bei Bildmarke ist es etwas komplizierter. Man trifft auf emblem, graphic mark und auch ideogram – aber am häufigsten auf symbol. Und das finde ich auch die beste Lösung – denn sie ist verständlich, auch für Nichtgrafiker und Nicht-Native-Speaker.

Hier ein Beispiel von wordmark:

Und hier der Wiki-Eintrag zu wordmark.

Und hier sind beide zusammen:

Montag, 19. März 2012

bad linguee poetry

Wenn es um Online-Werkzeuge geht, so ist linguee gar nicht mal so übel. Aber wenn man Gehäusebodendichtung eingibt... kommt housing bottom poetry raus...

http://www.linguee.de/deutsch-englisch/search?source=auto&query=Geh%E4usebodendichtung

Samstag, 17. März 2012

Vernetzung, vernetzte Welt auf Englisch


Nein, ich würde nicht immer gleich networked sagen. 

Ja, networked world ist recht beliebt (4.5 Mio. Google-Hits sogar – wobei ich das nur ein einziges Mal im stinknormalen Leben gehört habe). 

Aber andere Wort-Mütter haben auch hübsche Töchter. Connected world habe ich oft gelesen. Und punktet bei Google doppelt so oft.

Und heute morgen habe ich in The Economist einen neuen, sehr attraktiven Begriff entdeckt: Hyperconnectivity bzw. hyperconnected world.

Ja, ist noch nicht so bekannt. Aber offensichtlich sehr im Kommen. Und irgendwie griffiger und dynamischer als networked world. Deswegen meine Empfehlung an alle in dieser Zunft: Nicht nur googeln. Auch viel lesen. You do not always have to take the direct route.

Google ist wie die Autobahn: Man kommt meist extrem schnell an. Aber man saust oft an faszinierenden Orten vorbei. Nimmt man die scenic route über die Landstraßen der Zeitschriften, Bücher oder Radio-Sender, so entdeckt man oft linguistische Sehenswürdigkeiten, die man auf der A81 vor lauter Lkws und BMWs nie zu Gesicht bekommt.

Always connected world (wobei die Betonung hier etwas anders liegt) und interconnected world habe ich auch jenseits der data superhighway aufgestöbert.

Andere Möglichkeiten (der Gedanke hinter „vernetzter Welt“ muss ja nicht zwingend mit „world“ ausgedrückt werden):

Always on
Digital age
Digital era
Electronic age
Information age

Andere Vorschläge willkommen.

ABER – vernetzt wird natürlich auch anders eingesetzt.

Beispiel 1: XYZ hat 12 Standorte in ganz Europa vernetzt. Hier würde ich ungern „networked“ nehmen.

Meine Lösung:
XYZ connected 12 sites across Europe (to the network infrastructure).

Oder hier zum Beispiel:
Der Standord Bremen wurde Anfang Dezember vernetzt.

Meine Lösung (etwas Insider-Wissen vorausgesetzt):
The Bremen office was integrated (into the network) in early December.

That somehow reminds me: Eine Bekannte aus Schottland hat die einmalige Fähigkeit, deutschen Redewendungen unfreiwillig ganz frische Bedeutungen zu verleihen. So machte sie schwuppdiwupp aus „Beziehungen muss man haben“ ganz einfach „Verhältnisse muss man haben“. 

Tja, knapp daneben ist auch daneben.

Dienstag, 6. März 2012

Flügeltüre auf der CeBIT

Bin noch auf der Cebit. Die Messe ist für mich eine einmalige Chance, unsere Kunden aus der IT-Branche zu besuchen - auch in our wired world ist es schön, ein face-to-face meeting zu haben. 

Wir übersetzen jeden Tag eine frische Ausgabe der Messe-Zeitschrift für Vodafone. Ein schöner Auftrag. Aber auch ganz schön stressig für das Team in Ludwigsburg – das bis spät abends schuften darf. 

What a surprise!
Dabei müssen nicht nur die Termine sondern auch die Termini stimmen. Und da gibt es manchmal kleine Überraschungen.

Möwen oder Schmetterlinge?
Per Instant Messenger fragte mich gerade Laura: Wie heißt bei einem Auto „Flügeltüre“ auf Englisch (Jenson Button raste heute mit Vodafone-Messebesuchern herum)?

Naja, das ist doch gullwing doors dachte ich mir (ich habe in einem früheren Leben viel für die Autobranche gemacht).

Aber irgendwie…hatte ich ein ungutes Gefühl. Laura schickte mir zur Be(un)ruhigung ein Link mit Bild.


Das ist kein gullwing.

Zum Glück sind fast alle Rennställe in England angesiedelt. Und bald fand ich den richtigen Begriff – einer, der mir völlig neu war: butterly doors. Oder auch dihedral doors. (Nein, ich weiß auch nicht, was dihedral heißt).

Hier von Car Magazine aus England:

Sitting inside the MP4-12C, you're left feeling envious of future owners. This is a wonderful cabin, more individual than the slightly derivative exterior. You drop in through the dihedral doors opened through touch pads, settle into thin but spot-on seats.

Oder von autozine und vielen anderen:

Like F1, the MP4-12C employs "butterfly doors" which open upward and outward.

Tja, man muss echt höllisch aufpassen.

Hier der Wiki-Artikel zu gullwing.

Sonntag, 4. März 2012

Perfekte Optik, optimale Funktion


Ich war in diesem Jahr sehr schweigsam. Der Grund: Ich habe ganz einfach seit Anfang des Jahres kaum Zeit und noch weniger Energie. Unsere Branche war schon immer feast or famine

Aber in den letzten zwei bis drei Jahren sind die Schwankungen extrem geworden. Und es wird kaum noch was angekündigt  - selbst 30-seitige Kundenzeitschriften und 60-seitige PPTs.  Besonders beliebt: Aufträge an einem Freitag, die Montag fertig sein sollen. Aber mit solchen Feststellungen mache ich mich vielleicht eher unbeliebt. Also nehmen wir uns die obige Überschrift vor.

Kein einziges Wort haben wir wörtlich übersetzt. Fangen wir von hinten an. Mit „Funktion“ ist hier gemeint: „Es funktioniert gut“. In other words, it works (reliably). Oder etwas fachmännischer: it is operational

Optimal oder optimum sind auf Englisch nicht so sehr false friends sondern less popular friends. Es gibt fast immer etwas besseres. Optik ist hier the look, the appearance, vielleicht the (product ) design. Und perfect is selten the perfect solution für perfekt. Vor allem nicht in der Wendung: Der Auftrag ist perfekt. Das wäre signed and sealed. Oder done and dusted.

Also was denn nu?

Möglichkeiten wären:

Outstanding looks, outstanding quality
Stunning design, proven reliability
Eye-catching design, reliable results

Wie immer ist Kontext entscheidend – sowie ein Kunde, der mitentscheidet!

Übrigens:
Bin gerade in Hannover auf der Cebit – und arbeite wieder mal mit Sally Maßmann zusammen. Auch sie ist unter die Blogger gegangen: