Dienstag, 30. Oktober 2012

Handhabung nicht immer leicht zu handeln

Handhabungstechnik = (material-)handling technology (wobei equipment oder systems oft die bessere Übersetzung für Technik ist - vor allem, wenn man konkrete Lösungen vor Augen hat).

Aber wenn ein Produkt "leicht in der Handhabung" ist, so ist das für mich eindeutig easy to operate oder einfach user-friendly. Das ist keineswegs handling.

Ist das Teil "leicht zu handeln", dann ist das dasselbe in Grün. Aber eine Situation, die schwer zu handeln ist, ist für mich eher difficult to manage oder vielleicht sogar awkward (vor allem, wenn es Richtung "sensibel" oder gar "peinlich" geht).

Und sensible ist natürlich ein false friend hoch zehn - aber das habt ihr gewusst, hoffe ich????

Sonntag, 28. Oktober 2012

Freitag, 26. Oktober 2012

Erreichbar auf Englisch


Wann bist du erreichbar? Wie bist du erriechbar? Du bist ja nie erreichbar!!!

Bitte nicht reachable. Als Verb geht es einigermaßen. When can I reach you? How can I best reach you? 

Aber es gibt Besseres, Natürlicheres.

Gerade im Business-Kontext: 
When are you available (to discuss XYZ)? 
When and how can I best get hold of you?
What’s the best way to contact you?
When can we touch base?

Auch bei Windows Instant Messenger und anderen Software-Lösungen, die mit presence information und status indicators arbeiten, wird von availability gesprochen.

Und sollte dein Freund nie erreichbar sein, empfehle ich Folgendes: I can never get hold of you!! You never pick up your phone! You’ve gone AWOL! It’s over between us!!!

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Opulente Modestrecken für markenaffine Leserinnen - translate!


Opulent = opulent? Oxi. Strecken = stretches? Non. Affin = affinitive? Njet.

Fangen wir mit dem Einfachen an. Eine Modestrecke ist a fashion spread.

Opulent auf Englisch ist  recht negativ behaftet. Da denke ich sofort an neureiche Oligagarchen und deren pompös (auch ein false friend by the way) von der trophy wife (Vorzeigefrau) eingerichtete Penthouse-Wohnungen.

Ich würde sowas wie lavish, eye-catching, visually exciting sagen.

Dann hätten wir noch affin. Dieses klitzkleine Wort ist in den letzten Jahren immer häufiger anzutreffen – kulturaffin, modeaffin, CDU-affin. Es gibt keine einfache one-size-fits-all Lösung.

kulturaffin – interested in the arts (Kultur ist auch ein halber false friend – but I will come back to that), a culture vulture

modeaffin – a follower of fashion, a fashionista, interested in fashion (fashion victim hätte gern hinzugefügt …)

markenaffin – brand-conscious, brand-aware, brand-driven, brand-loyal

CDU-affin – hmmm, schwierig. Close to the CDU. A CDU supporter.

Und Leserinnen würde ich schlicht mit readers übersetzen – bei Frauenzeitschriften (und darum geht es hier) braucht man nicht extra female zu betonen.

Bitte auch bedenken: affinity ist für uns sehr personenbezogen. Es geht da um große Sympathie, persönliche Zuneigung, oft mit einer Prise sexueller Anziehung. Nicht umonst heißt ein sehr beliebtes Paarungsportal bei uns match affinity. “Affinität" ist im Deutschen oft viel sachlicher.

Und eine Fang-Quiz-Frage: Wie heißt neureich auf Englisch? Na?????? Nouveau riche! Und Adel verpflichtet? Noblesse oblige.

Ihr nehmt gern Englisch, wenn es edel sein soll. Wir fahren nach Paris.



Montag, 15. Oktober 2012

Ein schwarzer Politiker ist blau...


Auch bei Farben muss man sehr aufpassen:

Pink auf Englisch ist nicht pink auf Deutsch. Für uns ist pink, was ihr unter rosa versteht. Was ihr unter pink (deutsch) versteht, ist für uns shocking pink, oder bright pink.

Außerdem: we are green with envy (und niemals gelb; und bei uns ist die Hoffnung, soviel ich weiss, ohne Farbe). You are yellow heisst, du bist feige. Blue bedeutet natürlich traurig, nicht besoffen.

Weisse Flecken auf der Karte sind nicht white stains - das klingt leicht obszön. Es handelt sich hier um eine Redewendung, die man nur umschreiben kann. Farben haben dabei im Englischen nichts zu suchen.

Aber das Beste, was ich jemals in dieser Richtung erlebt habe, war die Übersetzung folgenden Spruches eines CDU-Politikers bei der Verleihung eines internationalen Farb-Design-Preises:

Er sagte sowas wie: "Und wenn es um Farbe geht, so gehöre ich zu den Schwarzen".

In der Übersetzung, die ich zur Kontrolle bekommen hatte, stand:

"When it comes to colour, I am a negro." Ja, negro hat er geschrieben - er war a bisl älter. 

Bei uns ist black ohne politische Zuordnung (übrigens ein "pinko" ist für die rednecks ein Kommunist).

Ich habs dann geändert in: true blue conservative. Allerdings funktioniert das nur in England. Bei den Amis sind die Republicans rot, die Democrats blau!




Freitag, 5. Oktober 2012

PONS kann nicht kochen


Ich bin ja ein bekennender Foodie – jemand, der gern kocht und meist das Ergebnis gern isst (meine experimentierfreudigen red-wine-fueled Kochkünste sind schon mal berechtigterweise mit der Bezeichnung „russisches Roulett“ ausgezeichnet worden).

Nun wollte ich in Sheffield (angeblich der Stadt mit den meisten Bäumen pro Einwohner in ganz Europa) ein Berglinsenrezept für meine Familie herzaubern. Aber wie heißen denn Berglinsen auf Englisch?

Over to Google. An zweiter Stelle kommt PONS – mit dem Vorschlag puy lentils. Erm, nein. Das ist was anderes, soviel ich weiß.

Latein ist doch eine nützliche Sprache
Bei Tieren und Pflanzen greife ich gern zu den lateinischen Bezeichnungen als Brücke zur Lösung. Aber ich bin nicht fündig geworden. Also nahm ich widerwillig linguee (an erster Stelle in der Google-Rangliste). Mountain lentils? Wirklich?

Ich habe  nach Bildern gesucht. Und siehe da – selbst Sainsbury’s hat sie. Also muss es stimmen.

Verlage und neue Technologie = Magenverstimmung
Übrigens: PONS (und die anderen Verlage) sind immer etwas träge, wenn es um neue Technologie geht. Ich erinnere mich noch gut an die Abneigung Mitte der 80iger gegenüber CDs. Und hätten die Verlage bloß das Internetzeitalter ein paar Jahre früher erkannt, so würden wir vielleicht alle bei Langenscheidt und nicht Leo nachschauen. Und die Verlage würden nicht mit dem Pleitegeier kämpfen.


Season well
Die Ergebnisse wären unter Umständen für alle besser gewesen – denn bei PONS, Collins und Langenscheidt sind seasoned (eine schöne Alternative zu experienced – mein Dank an Anja) Lexikographen (Lexikografen?) am Werk, die mehr auf Kontext und Quelle geachtet hätten. Aber auch sie sind fehlbar – wie man bei den Berglinsen sieht.

Mein Lieblingsrezept (und Lieblingswebsite für Rezepte) zur Zeit:


Guten Appetit.