Freitag, 5. Oktober 2012

PONS kann nicht kochen


Ich bin ja ein bekennender Foodie – jemand, der gern kocht und meist das Ergebnis gern isst (meine experimentierfreudigen red-wine-fueled Kochkünste sind schon mal berechtigterweise mit der Bezeichnung „russisches Roulett“ ausgezeichnet worden).

Nun wollte ich in Sheffield (angeblich der Stadt mit den meisten Bäumen pro Einwohner in ganz Europa) ein Berglinsenrezept für meine Familie herzaubern. Aber wie heißen denn Berglinsen auf Englisch?

Over to Google. An zweiter Stelle kommt PONS – mit dem Vorschlag puy lentils. Erm, nein. Das ist was anderes, soviel ich weiß.

Latein ist doch eine nützliche Sprache
Bei Tieren und Pflanzen greife ich gern zu den lateinischen Bezeichnungen als Brücke zur Lösung. Aber ich bin nicht fündig geworden. Also nahm ich widerwillig linguee (an erster Stelle in der Google-Rangliste). Mountain lentils? Wirklich?

Ich habe  nach Bildern gesucht. Und siehe da – selbst Sainsbury’s hat sie. Also muss es stimmen.

Verlage und neue Technologie = Magenverstimmung
Übrigens: PONS (und die anderen Verlage) sind immer etwas träge, wenn es um neue Technologie geht. Ich erinnere mich noch gut an die Abneigung Mitte der 80iger gegenüber CDs. Und hätten die Verlage bloß das Internetzeitalter ein paar Jahre früher erkannt, so würden wir vielleicht alle bei Langenscheidt und nicht Leo nachschauen. Und die Verlage würden nicht mit dem Pleitegeier kämpfen.


Season well
Die Ergebnisse wären unter Umständen für alle besser gewesen – denn bei PONS, Collins und Langenscheidt sind seasoned (eine schöne Alternative zu experienced – mein Dank an Anja) Lexikographen (Lexikografen?) am Werk, die mehr auf Kontext und Quelle geachtet hätten. Aber auch sie sind fehlbar – wie man bei den Berglinsen sieht.

Mein Lieblingsrezept (und Lieblingswebsite für Rezepte) zur Zeit:


Guten Appetit.

Kommentare:

LJ hat gesagt…

Guter Artikel, Martin.

Deine Kritik an der Rückständigkeit von PONS kann ich aber nicht ganz nachvollziehen – PONS.eu ist mittlerweile ein Mitmachwörterbuch (siehe auch meinen entsprechenden Blog-Artikel). PONS würde sich sicher über eine Ergänzung deinerseits im OpenDict-Bereich der PONS.eu-Website freuen. :-)

Librarian hat gesagt…

Wie immer, konnte ich etwas aus deinem Blog lernen, Martin - von Berglinsen hatte ich bis dato noch nie gehört.
Und das sizilianische Rezept hört sich lecker an, sogar leicht genug für jemanden wie mich, der sich nicht grade großer Kochkünste rühmen kann.