Montag, 4. März 2013

Kerzen und Komplikationen

Es ist CeBIT-Zeit (denkt daran: I will be at CeBIT– nicht at THE CeBIT). Und wir malochen Tag und Nacht. We are burning the candle at both ends (ach, was für eine schöne Redewendung). Dabei geht es oft um sehr spezifische IT-Lösungen – zum Beispiel um die Telemedizin und die Prävention von Folgeerkrankungen bei Diabetes.

Ich habe zwar selber per Internet-Recherche complications als linguistische Lösung für Folgeerkrankungen gefunden (über die englische Wiki). Aber ich dachte mir: Da gibt es sicherlich was Genaueres - irgendeinen Begriff, den die Götter in Weiß gern unter sich verwenden.

Der Aha-Effekt
Am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe führte mein schottischer Journalistenheld James Naughtie im BBC Radio 4 ein Gespräch mit einem Mediziner zu genau dieser Thematik.

Als der mitteilungsfreudige Fachmann complications erwähnte, war ich plötzlich trotz berufsbedingten Schlafdefizits hellwach. Aber es kam noch besser. Er sprach im nächsten Atemzug von secondary conditions. Aha! Das isses. Ich schickte mir vom Kopfkissen aus per Smartphone eine Email ins Büro. Und schlief wieder ein. Was würde ich ohne BBC Radio 4 machen? James, you’re my hero.

Am Puls der Zeit
Außerdem interessant: Wird ein Puls aus der Ferne überwacht (remote monitoring), so ist heart rate viel üblicher als pulse. Und ein Arztbrief ist nur dann doctors‘ correspondence, wenn es um das nächste Golfturnier geht. Offiziell heißt das Stück Papier ein medical referral letter oder physician referral letter (komischerweise ohne Apostroph) oder schlicht letter of referral.

Muss es immer Fußball sein, Martin?
Und sehr Germany-spezifische Sachen wie die Rote Liste sollte man erklären (list of approved drug products) – oder zumindest vergleichen (in den USA gibt es ein Orange Book). Red List hilft niemandem groß weiter. Das könnte genauso gut die nächste Aufstellung von FC Liverpool sein. Die Reds haben übrigens am Wochenende Wigan mit 0:4 weggeputzt. Wollte ich nur mal erwähnt haben.

Grüße aus Hannover (= Greetings from Hanover – with ONE n)

Kommentare:

Librarian hat gesagt…

Man lernt echt nie aus! Erstaunlich, was man - manchmal durch Recherche, manchmal durch Zufall - so alles herausfinden kann.

Sally Loren hat gesagt…

Hannover mit einem "n" im Englischen. Tja. Das ist ein Kampf, den ich seit Jahren ausfechte. Wenn nicht mal die Stadt Hannover selbst Einsicht zeigt, welche Hoffnung haben wir?