Montag, 15. Juli 2013

Shitstorm ist ein scheißgefährlicher Begriff!

Neulich hat Angela Merkel den neudeutschen Begriff Shitstorm verwendet – und damit in den englischen Medien einen (kleinen) Shitstorm ausgelöst. Hier der hämische Bericht der BBC:

http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-23142660

Das Wortgebilde ist aus zwei Gründen scheißproblematisch. Erstens: Ein Shitstorm ist auf Englisch nicht auf Reaktionen im Internet beschränkt.

Siehe hierzu das Urban Dictionary:

http://www.urbandictionary.com/define.php?term=shitstorm

Zweitens: Shitstorm ist auf Englisch EXTREM vulgär. Shit ist viel schlimmer als Scheiße. Aber deutsche Politiker gehen selbst mit „Scheiße“ scheißvorsichtig um. Aber in der teutonischen Welt ist shitstorm merkwürdigerweise salonfähig.

David Cameron oder Barack Obama würden den Begriff höchstens hinter sehr gut verschlossenen Türen im Flüsterton verwenden. In der Öffentlichkeit oder in Zeitungsartikeln? Nie.

Auch meine Kollegin und langjährige Freundin Sally Massmann hat darüber geschrieben:

http://sallymassmann.wordpress.com/2012/06/29/shstorm-ist-auf-englisch-ein-bisschen-schse/



Nachtrag (19. August 2013): Auch The Economist wundert sich über Angelas Wortwahl:

http://www.economist.com/blogs/prospero/2013/08/english-words-german

Kommentare:

Chris Irwin hat gesagt…

An der guten alten neuen Rechtschreibung wollen wir erst gar nicht denken, denn wer hätte schon "Scheisssturm" als Lektorenfreundlich einorden?

Librarian hat gesagt…

Oh je... das hatte ich während meiner Abwesenheit gar nicht mitbekommen, was sich Frau Merkel da geleistet hat (auch wenn sie sich in den Augen der deutschsprachigen Öffentlichkeit da gar nichts "geleistet" hat).

Und wieder einmal wünschte ich, dass noch viel, viel mehr Leute Deinen Blog lesen würden!!