Dienstag, 18. Juli 2017

Englische Claims (Teil 1)

Wir entwickeln etwa zwei englische Claims im Monat. Und das seit ungefähr 20 Jahren.

Macht eine ganze Menge (Spaß)!



Fangen wir mit einem positiven Beispiel an. Schönes Wortspiel (es geht schließlich um Düngemittel) und eine kundenorientierte Aussage

Leider versuchen das viele deutsche Unternehmen (oder deren Werbeagenturen) im Alleingang. Und meist kommt Murks dabei raus. Selbst Claims, die einigermaßen grammatikalisch und semantisch stimmig sind, haben oft einen leicht deutschen Akzent. 

Oder sie wirken einfach fade.

Schauen wir uns ein paar typische Claims an:



Adidas // Impossible is nothing


Im Deutschen kann man Sätze sehr flexibel aufbauen – in die eine Richtung oder auch in die andere. Nichts ist unmöglich. Unmöglich ist nichts. Auf Englisch geht das nicht. Wir müssen mit dem Subjekt anfangen (nothing is impossible). Dieser Claim ist also für Native Speakers sehr irritierend (“irritieren” is one of my favourite false friends).

Man versteht ihn gar nicht oder nur halb. Es heißt in etwa “Das Unmögliche ist nichts”. Aber eigentlich ist der Satz schlicht und ergreifend falsch.

Auch hier - der Satzbau ist very German. Oder Yoda-Speak. Und die Aussage für Native Speakers nicht wirklich verständlich


Allianz // Dare to. We’re with you.


Funktioniert. Allerdings ist hier die übertriebene deutsche Liebe zu “Wir-Sätzen” bei Claims zu spüren.


BASF // We create chemistry


Beiersdorf // We are skin care


Deutsche Börse // We make markets work


Klöckner // We digitalize the steel industry


Rocket Internet // We build companies


Gelegentlich trifft man “Wir”-Claims auch im Englischen an. Aber selten. Aus meiner Sicht zeugt es oft von einer Innensicht, die aus Marketing-Gesichtspunkten nicht zielführend ist. Es sollte um die Kunden und deren Nutzen gehen. Avis sagt zwar “We try harder” – aber die Botschaft ist nach außen gerichtet: Wir geben uns mehr Mühe, und daher kannst du einen besseren Service erwarten.

Der Claim von BASF ist zudem arg abgelutscht. Und was ist eigentlich die (positive) Aussage? Wenigstens the RIGHT chemistry oder BETTER chemistry. We are skin care ist ähnlich dünn. We make markets work – waren sie vorher kaputt? Welche markets? Anscheinend ALLE. Nicht nur stock markets.


Brenntag ignoriert die Logik. Man kann nur zwei oder mehrere Sachen miteinander verbinden. Aber das macht ja nichts. Es ist Englisch. Es muss nur gut klingen (für deutsche Ohren).


Klöckner weiß nicht mal, dass es offiziell digitize heißt (auch wenn man die L-Version leider sehr oft sieht, selbst in renommierten englischsprachigen Medien). Und die Zeitform ist falsch oder zumindest unnatürlich. Die angestrebte digitization ist hoffentlich irgendwann abgeschlossen. Also eher: We’re digitizing the steel industry.

Rocket – geht, aber auch hier: was ist die konkrete, positive Aussage? Wie wäre es mit We build dynamic companies? We build profitable companies? Und companies ist auch etwas langweilig (und immer die erste Wahl bei Deutschen). Businesses wäre besser gewesen – wenn nur wegen der Alliteration. We build better businesses.



An sich ein ganz guter Claim - mit einem klitzekleinen Schönheitsfehler. Es muss zwingend THE power to create heißen.  Und es ist ein wenig unklar, wer hier "creates". Übrigens: Power auf Deutsch ist nicht dasselbe wie power auf Englisch

Auch beliebt ist folgende Konstruktion:


SGL Group // The carbon company

Deutsche EuroShop // The shopping center company


Ja, man kann es so machen – aber auch hier fehlt oft eine attraktive (nach außen gerichtete) Aussage. Und man würde nicht unbedingt sofort darauf kommen, dass Deutsche EuroShop in Einkaufszentren investiert (und nicht betreibt oder baut).

Es gibt auch andere sehr ausgetretene Wörter bei deutsch-englischen Claims. Das Wort passion zum Beispiel kann ich nicht mehr sehen.

Rheinmetall // Mobility. Security. Passion.


Rollen wir das von hinten auf. Passion? Bei Autoteilen und Wehrtechnik? Mmmm. Und das ist eigentlich eher defence als security. Auch mobility ist mit Vorsicht zu genießen. Für uns ist das in erster Linie social mobility (sozialer Aufstieg/Abstieg) oder die Überwindung von Behinderungen durch besondere Transportmittel/Gehhilfen. In letzter Zeit hat mobility durch Umkehrosmose (Englisch wird durch Deutsch beeinflusst) auch bei uns Einzug im Bereich Auto und Co. erhalten – aber selbst dann geht es um die eigene, individuelle Mobilität nicht die Branche / die gesamte Technik. Oft ist (personal) transportation die bessere, klarere Wortwahl. Und E-Mobilität ist bei uns in der Regel einfach electric cars oder electric vehicles (EVs).



Vorsicht bei "Mobility"

Auch völlig ausgeleiert ist life, vor allem for life:

Bosch // Invented for life

Merck // Inventing for life

Siemens // Ingenuity for life

Dräger. // Technology for life

XING // For a better working life

Bayer // Science for a better life


If I never see “for lifeagain in my life it will be too soon.

For life heißt auf Englisch in erster Linie „für immer“ / „auf Lebenszeit“. Die von deutschen Claim-Entwicklern erhoffte zweite Bedeutung „für das Leben“ geht bei uns Natives völlig baden.

Die Claims von Bayer und Xing fallen in die Kategorie „man versteht es aber naja“ – und davon gibt es reichlich viele. Es ist auch manchmal sehr schwer zu erklären, warum sie so holprig klingen.
Dräger, das ist dröge


Es gibt aber Gott sei dank auch schöne Life-Beispiele.:

Deutsche Telekom  bzw. T-Mobile // Life is for sharing


Das ist sehr natürlich. Es fühlt sich Englisch an. Und positiv / emotional.
Und gibt mir die Gelegenheit, das hier wieder zu zeigen:






Uniper // New perspectives on energy


Hier wird im Kopf aus dem Deutschen übersetzt. Bei “Perspektiven” schwingen Zukunftsmusik und Chancen mit – auf Englisch nicht. Auf Englisch sind das nur “Blickwinkel”. Und die Verbindung mit “on” ist ganz merkwürdig. Das erlebt man auch oft – falsche oder unnatürliche Präpositionen. New opportunities in energy wäre wenigstens verständlich.

Lost in translation ist auch das hier:


Continental // The Future in Motion


Bewegung ist ein tolles Wort – auf Deutsch. Es kann heißen: Menschen bewegen im Sinne von Emotionen erwecken. Auf Englisch auch – aber im Sinne von “rührend”. Und das passt fast nie. “In Bewegung” hat was von positiver Veränderung / Dynamik. Movement oder motion eben NICHT. Der Claim ist also griffig – aber inhaltslos.

Mohammed Ali hat sich als poetry in motion beschrieben. Er meinte aber seine Art, um seinen Gegner zu tanzen – nicht seine dichterische Innovationskraft.


"Die Bank an Ihrer Seite" suggeriert aktive Unterstützung./Begleitung. "The bank at your side" leider nicht. Deswegen sagt die Nationwide (eine Bank in Großbritannien) "On your side"



RWE // Powering. Reliable. Future.


Erm…. wie passen die drei Wörter zusammen?

Wenn Menschen in einer Fremdsprache einen Claim entwickeln, schmeißen Sie oft einfach vermeintlich gut klingende Wörter zusammen – und scheren sich nicht um die Grammatik (oder Logik). What are you powering? You are powering reliable? Und dann einfach future am Ende aufgefropft. Meint RWE vielleicht Powering a reliable future? Also wirklich RWE – eine kreative Katastrophe.

Auch Fuchs würfelt drei Wörter einfach zusammen. Oder verkauft die Firma Menschen?


Nach so vielen Negativbeispielen braucht ihr sicherlich etwas Positives. Es hat etwas gedauert, bis ich was fand. Aber die zwei hier sind gut:

Wirecard // Reinventing payment

Lufthansa // Nonstop you


Das Gerundium ist sehr geschmeidig. Und beim Claim von Lufthansa ist der Kundennutzen klar im Fokus – mit einem netten und ungewöhnlichen Wortspiel dazu. Und auch noch schön kurz und knackig. Chapeau.

Da kann ich doch das hier dann auch einbauen (ja, ja ich habe es schon mal gepostet):



Mittwoch, 31. Mai 2017

Der Druck erhöht sich - der Markt polarisiert sich


Bin gestern über einen interessanten Artikel in The Economist (einer meiner absoluten Lieblingszeitschriften – zwar etwas konservativ aber sehr gründlich recherchiert und höchst informativ) gestolpert:


Auch das dürfte von Interesse sein (die Kommentare sind sehr aufschlussreich):



Mein Senf dazu:

Ich kenne viele Einzelkämpfer, die inzwischen ganz wenig oder nur noch sehr schlecht bezahlte Arbeit haben. Manche Sprachrichtungen leiden mehr als andere – zum Beispiel Englisch-Deutsch oder Spanisch-Deutsch/Deutsch-Französisch.

Viele Menschen sind aus der Branche gänzlich ausgestiegen. Die großen Büros werden immer größer – und die einzelnen Freiberufler von ihnen immer abhängiger. Der „Mittelstand“ verschwindet.


Does your translator cut the mustard?


Einkauf? Oh Schreck!

Die Einkaufsabteilungen bei großen Firmen verschärfen die Situation. Sie drücken nicht nur den Preis (auf Kosten der Qualität). Sie schreiben auch oft vor: Nur noch zwei Lieferanten für alles! Wir haben dadurch einige Kunden verloren – unsere (ehemaligen) Ansprechpartner sind jetzt höchst unzufrieden, können aber wenig ausrichten.

Sehr bezeichnend aber ironisch: Es gibt einen Vorstand (eines SEHR großen Unternehmens), der diese Politik im eigenen Hause rigoros durchsetzt – aber selbst dermaßen unglücklich mit der Übersetzung eines wichtigen Berichts war, dass wir anschließend den Auftrag unter Umgehung der eigenen Richtlinie doch bekommen haben. Something not quite right there?


The death and demise of language departments

Es gibt immer weniger firmeninterne Sprachendienste – und die Überlebenden funktionieren oft wie große Übersetzungsbüros. Sie sind „profit center“ und nicht „language center“. Das ist schlecht für die Qualität – und für den Nachwuchs, denn damit ist eine wichtige Quelle des Knowhow-Transfers versiegt.


Mensch oder Maschine?

Trotz allem Fortschritt bei machine translation: Solange noch Satz für Satz übersetzt wird, werden die Ergebnisse nie besonders natürlich sein – und auf keinen Fall werbewirksam. Allerdings übersetzen auch viele human translators recht wörtlich und holprig.

Drei wichtige Aspekte des heutigen Marktes werden gar nicht angesprochen:

Erstens: Was ist, wenn der Ausgangstext gar nicht besonders gut oder verständlich ist? Da versagt eine Software komplett. Und die Ausgangstexte sind sehr oft mangelhaft.

Zweitens: Immer mehr Kunden schreiben selbst Englisch – und wollen es „lektoriert“ haben. Und warum tun sie das? Unter anderem, weil sie mit den Standardübersetzungen nicht glücklich sind! Allerdings: Solche Texte zu überarbeiten ist grausam und erfordert noch mehr Wissen und Erfahrung als Übersetzen. Dieses Thema werde ich bei Gelegenheit umfassender durchleuten (denn es ist ein „Megatrend“).

Drittens: Es gibt immer weniger Briten und Amerikaner (von den anderen Kolonien weiß ich zu wenig), die Deutsch studieren. Und leider beherrschen viele Uniabsolventen die Sprache nicht wirklich.

Es gibt daher nicht genug Native Speaker auf dem Markt. Immer mehr Übersetzungen werden also von Nicht-Natives, Nicht-Sprachlern oder Maschinen erstellt. Und trotzdem (gerade deshalb?) gibt es Dumping-Preise - auch für kompetente Muttersprachler. 

Specialisation is the way to go

Mr Green hat Recht, wenn er meint: Spezialisierung bzw. Nischen sind die Antwort. Aber bis ein Anfänger eine Nische besetzen und bedienen kann, ist es oft ein langer und immer steinigerer Weg. 

Wir haben uns auf „Werbung/Marketing-Unterlagen/extrem Anspruchsvolles“ fokussiert (inklusive Werbetexte und Claim-Entwicklung) – aber bis ein Sprachler frisch von der Uni das entsprechend breite „skill-set“ wirklich erlernt hat, vergehen locker zwei bis drei Jahre – und sie wandern dann in andere Metiers ab (oder werden von Branchenfremden abgeworben). 

Daher: Wir können uns über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen – aber über einen Mangel an entsprechenden Arbeitern (und Nachwuchs).

I got very lucky

Rückblickend hatte ich persönlich sehr viel Glück – vor allem das richtige Timing. Ich genoss ein tolles Studium (thank you Ealing College, danke Humboldt-Uni) – ohne Studiengebühren und Schulden.

Ich durfte als Angestellter bei zwei sehr unterschiedlichen Firmen (relativ gut bezahlt) viel Erfahrung sammeln. Und ich konnte als Selbstständiger mein Wissen und Geschäft in Etappen ausbauen.

Ich glaube, das wäre heute unmöglich.


Freitag, 17. März 2017

Spielraum auf Englisch


Was für eine Übersetzung liefert Leo zu Spielraum? Play. Scope. Und ohne richtige Gebrauchsanweisung.

In 99% der real existierenden Fälle passen diese Vorschläge NICHT. Of course not. What did you expect?

Play

Jaaaaaaaa, das gibt es – aber fast immer nur in einem sehr technischen Zusammenhang. Und selbst dann ist es etwas salopp/ungenau – und oft etwas negativ. 

Zum Beispiel:

There is a little bit of play between component A and component B.

Das könnte was Gutes oder was Schlechtes sein. Aber Spielraum ist fast immer im übertragenen Sinne gemeint – und da passt “playÜBERHAUPT NICHT (diese wichtige Info liefert Leo selbstverständlich nicht). Daher wollen wir gaaaaaanz schnell eine andere Lösung finden.



Auch PONS ist sehr enttäuschend - "free play" passt überhaupt nicht für Spielraum. Das wäre, wenn ich umsonst Game of Thrones spielen darf.  Leeway und scope dagegen schon - aber siehe unten. 


Scope?

Scope for WHAT? Ein Zusatz muss her. Ich muss wissen, wofür der Spielraum ist.

Sag ich zum Beispiel:

This translation will cost you 4 million pounds and 50p.

Kann ich NICHT einfach sagen:

Is there any scope?

Ich muss sowas sagen wie:

Is there any scope for a teeny-weeny discount?

Aber es gibt noch viel, viel bessere Translations für Spielraum.


Flexibility

Das mag etwas langweilig daherkommen, ist aber eine durchaus brauchbare Übersetzung für Spielraum.

Martin: I need you in the office Friday morning at 8am sharp.
Hendrik: I have a late and liquid “meeting” scheduled for Thursday night. Is there any flexibility?


Liquid lunch - in Chiswick


Room to manoeuvre (in den Kolonien: maneuver)

Das hört und liest man sehr oft. Gerade im politischen Zusammenhang sehr beliebt. Aber bitte immer OHNE Zusatz (room to manoeuvre for ABC ist recht unnatürlich bzw. furchtbar überfrachtet).

When it comes to immigration policy, Trump has left himself with little room to manoeuvre.

Latitude

Auch sehr gebräuchlich für Spielraum – aber hoch angesiedelt von der Tonalität her. Ist Bildungssprache. Würde Trump also wahrscheinlich gar nicht kennen. Wird sehr oft – aber nicht nur – im Sinne einer Verneinung verwendet (sprich: kein Spielraum für irgendwas):

There is no latitude for error.

Room

Ähnliches gilt für room – aber room ist nicht so hochgestochen.

Liverpool have dropped points against supposedly weaker teams. If they want to qualify for the Champions League, there is no room for further slip-ups.

Wiggle room

Ein sehr schöner, relativ junger und recht modischer Begriff – aber am unteren Ende der Tonalitätsskala. Es ist extrem umgangssprachlich.  Manche meinen, es wäre “wriggle room” mit R. Habe ich aber auf Radio 4 nie gehört – ergo: Das gibt es nicht. 

Noch vor einigen Monaten hätte ich behauptet, es heißt immer einfach “wiggle room” ohne einen Zusatz (also kein “wiggle room for ABC”). So langsam aber ändert sich der Gebrauch (oder meine BBC-Radio-4-Wahrnehmung).

....meaning that there’s a lot less wiggle room for increasing skilled immigration than people suppose, 


Oder auch so:

Martin: No holiday leave in March!
Hendrik: Governor, give me a bit of wiggle room.

Überhaupt ist “wiggle” ein putziges Wort. Fast lautmalerisch (onomatopoeic).


Auch das ist ein Spielraum


Leeway

Ganz im Gegensatz zu “wiggle room” ist “leeway” etwas aus der Mode gekommen. Aber eine sehr praktische Übersetzung für Spielraum (von relativ neutraler Tonalität) – sowohl ohne als auch mit Zusatz (aber eher nicht “for” – siehe unten) möglich:

Give the guy some leeway. He’s an absolute beginner.

Und…

Jürgen Klopp has considerable leeway in terms of new signings.

Und dann auch noch diese Konstruktion mit “to”:

She has the leeway to hire or fire just whoever she wants.

Margin

Hört man auch gelegentlich im Sinne von Spielraum (es hat auch ganz andere Bedeutungen) – aber zwingend MIT Zusatz:

There is no margin for error.

Freedom

Ja, kann man auch ab und zu für Spieraum einsetzen – aber zwingend mit Zusatz.

I have the freedom to leave early on a Friday.

Two big loves in one blog post

Darf ich darauf hinweisen? Ich habe es geschafft, sowohl FC Liverpool als auch Radio 4 in einem einzigen Beitrag mehrmals zu erwähnen (my two great loves). Übrigens: Bin am 5. April im Anfield-Stadium und bin danach wohl drei Tage lang heiser. 

You’ll never translate alone.

Nachtrag (SEO läßt grüßen):

Habe festgestellt, es wird oft nach "finanzieller Spielraum" sowie "wenig Spielraum" gesucht. Für "finanzieller Spielraum" würde ich sowohl "financial leeway" als auch "financial wiggle room" plädieren (letzteres sogar 2x so viele Hits). Es gäbe aber auch ganz andere Lösungen für "wenig finanzieller Spielraum. Zum Beispiel mit steigender Tonalität: "we are tight for cash", "we're on a very tight budget", "we are working within significant budgetary constraints."

Für "wenig Spielraum" allgemein wären meine Vorschläge = little scope for / little room for - aber auch limited scope for. Aber auch hier: little wiggle room völlig in Ordnung.

Google-Übersetzung ist völlig daneben:


Erm, clearance ist die lichte Höhe....nicht Spielraum


Montag, 13. März 2017

Hits, Verweildauer, beliebteste Beiträge

Diesen Blog habe ich 2008 ins Leben gerufen – und seitdem aus verschiedenen Gründen nur sporadisch gepflegt. Das Interesse war deutlich größer, als ich je für möglich gehalten hätte.

Half a million hits!

Insgesamt habe ich nun über 500.000 Hits erhalten. Die allermeisten Besucher schauen sich nur einen Beitrag an und sind schnell wieder weg. Aber etwa jeder 20. nistet sich richtig lange ein und stöbert in etwa 20, 50 oder gar mehr als 100 Posts. Ein Fan aus Berlin verbrachte 2012 wohl eine ganze Nachtschicht (über fünf Stunden) damit.







Manche Besucher bleiben erheblich länger als andere...(Links: Posts, Rechts: Verweildauer)



Top five posts

Ironischerweise ist die absolute Nr. 1 ein Post, der mit Sprache nur am Rande was zu tun hat: „Der Unterschied zwischen England und Großbritannien“. Die absoluten Spitzenwerte sind vor allem während internationaler Fussballspiele zu verzeichnen (teilweise über 300 Besucher gleichzeitig).



Am 11. Juni haben sowohl England als auch Wales Fussball gespielt. Das merkt man.


Danach kommt “Der Weg ist das Ziel” (was ich unbedingt auf Deutsch verfassen sollte) und dann (wieso eigentlich?) „Prokurist auf Englisch“. Auch sehr beliebt sind meine verschiedenen Ausführungen zum Dauerbrenner „Impressum“.






The all-time top five

Aus welchen Ländern kommen die Besucher?

Das hat sich im Laufe der Zeit verändert. Insgesamt liegt Deutschland klar vorn - aber in letzter Zeit verschiebt sich das immer mehr in Richtung USA. Die Zahlen für Großbritannien gehen stark nach unten. Überraschend viele Besucher kommen aber aus ganz anderen Ländern - Frankreich, Russland und sogar Japan sind alle erstaunlich gut verteten. 



Deutschland, Deutschland über alles - bei "the all-time figures"

Im letzten Monat (und überhaupt in letzter Zeit) kämpfen sich die USA nach vorn - und UK ist fast verschwunden




Auch interessant: Die meisten Besucher kommen unter der Woche vorbei - besonders viele Montags. Am Wochenende spielt das Wetter eine große Rolle. Wenn die Sonne scheint, zieht mein Blog vielleicht nur 10 bis 20 Neugierige an.

Wieso keine Werbung?

Es hat alles als Ventil angefangen – und ist es auch geblieben. Das ist mit ein Grund, weshalb ich keine Werbung schalte. Ein weiterer: Es rechnet sich einfach nicht. Ich hätte in den neun Jahren laut meinen Recherchen mit etwas Glück vielleicht 1.000 Euro verdient. Ja, das ist auch nicht zu verschmähen. Aber auch nicht richtig prickelnd, wenn man dafür im Gegenzug sein Publikum nervt.

Aber aus dem Ventil ist durchaus ein treibender Motor des Geschäfts geworden. Wir haben dadurch mindestens vier sehr angenehme und qualitätsbewusste Großkunden gewonnen. Damit hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet.

Und mein persönlicher Favorit? Das hier:



Freitag, 10. März 2017

"Schonen" auf Englisch

„Schonen“ bzw „schonend“ ist ein wunderbares Wort, für das es im Englischen kein direktes Pendant gibt.

Conserve nicht preserve
Wenn man Rohstoffe schonen will, dann empfehle ich: conserve natural resources. „Conserve“ (was natürlich nicht konservieren ist) vor allem dann, wenn man den Verbrauch minimieren will. „Protect“ wird auch verwendet – ist aber aus meiner Sicht vor allem dann angebracht, wenn es um den Schutz vor Verschmutzung usw. geht.

Do or do not go gentle into that good night?
Schont die Haut? Gentle on your skin. Oder eventuell skin-friendly. Aber „gentle“ läßt sich NICHT pauschal auf alle Situationen übertragen (vor allem nicht im industriellen oder technischen Zusammenhang). Überhaupt: „irgendwas-friendly“ kann oft eine Lösung sein. 

Ein Budget schonen? Keep our spending down. Minimize our spending. Keep our costs under control. Oder eben a budget-friendly solution.

Wenn Material oder Anlagen geschont werden – so könnte das sowas wie minimize wear and tear sein. Oder prevent damage to.

Schienbeinschoner auf Englisch? Shin pads. Ja, das sind meine...



A load of cobbler's?
In anderen Situationen versuche ich vielleicht to reduce or minimize the load on my network / system resources. Oder allgemeiner: I am trying to minimize the impact (of ABC) on something.

Don't be silly
Schone mich mit deinen blöden Fragen? Spare me your silly questions.

Right = left
Und dann gibt es Ausdrücke, bei denen man das Ganze auf den Kopf stellen muss. Wenn ein Mann zum Beispiel das rechte Bein schont, dann schauen wir im Englischen eher auf sein Linkes: he is favouring his left leg.